Lufthansa mit hohem Verlust

Mit neun Milliarden Euro Staatshilfen will Carsten Spohr die Krise bewältigen und wettbewerbsfähiger sein als zuvor

Der Geschäftseinbruch durch die Corona-Pandemie hat der Lufthansa im ersten Quartal einen hohen Verlust eingebracht. Mit den Gewerkschaften soll eine Lösung gefunden werden, möglichst viele von ihnen über mehr Teilzeit und Gehaltsverzicht an Bord zu halten. Kündigungen will Lufthansa so weit wie möglich vermeiden. Bis zur außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni will Spohr eine Vereinbarung erreicht haben. Zugleich betonte er: "Wir werden jeden Stein in dem Unternehmen umdrehen".

Das Management will die Stückkosten im Vergleich zum Niveau vor der Corona-Krise "deutlich" senken. Das wäre doppelt so viel wie in den vergangenen Jahren. Dazu soll kommende Woche ein Spitzengespräch mit den Gewerkschaften Verdi, VC Cockpit (Piloten) und Ufo (Flugbegleiter) stattfinden. Der Konzern beschäftigt rund 138 000 Mitarbeiter. Der Lufthansa-Chef bedankte sich bei den Regierungen von Belgien, Österreich, der Schweiz und Deutschland für ihre Milliardenhilfen, die dem Konzern mit seinen Töchter (Austrian Airlines, Swiss, Brussels Airlines, Eurowings) das Überleben in der Coronakrise sichern.

Die Lufthansa bestätigte am Morgen, dass in den ersten drei Monaten dieses Jahres ein Fehlbetrag von 2,1 Milliarden Euro entstanden ist. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Wie viel Geld die Lufthansa derzeit genau zur Verfügung hat, blieb zunächst offen.

Um künftig Kredite und Zinsen bezahlen zu können, muss die Lufthansa ihren Free Cashflow gegenüber der Krise deutlich steigern. Lufthansa verhandelt weiterhin mit den Flugzeugherstellern Boeing und Airbus darüber, bereits bestellte Flugzeuge später abzunehmen als vereinbart. Einen Verkauf von Lufthansa Technik schloss Spohr aus.

Aufgrund der Krise versiegte die Nachfrage nach Flugreisen, was teilweise auf auferlegte Reisebeschränkungen und andere Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus zurückzuführen war. Würden aktuell 700 der Group-weiten 763 Jets am Boden bleiben, sollen es im kommenden Jahr noch 300 und 2022 immerhin 200 sein, gab der Konzern bei Vorlage des Berichts zum ersten Quartal bekannt. Unter dem Strich stand ein Minus von 2,1 Milliarden Euro nach einem saisontypischen Minus von 342 Millionen ein Jahr zuvor. Lufthansa wagte keine Prognose, ansonsten wird ein starker Rückgang des operativen Ergebnisses erwartet. Selbst nach dem Ende der Krise, das Spohr für 2023 erwartet, geht der Konzern von einer immer noch um 100 Flugzeuge kleineren Flotte aus.

Der Konzern will ab Mitte Juni seine Flugpläne auf rund 2000 wöchentliche Verbindungen zu mehr als 130 Zielen weltweit ausweiten. Für September erwartet die Gruppe, 40 Prozent der ursprünglich geplanten Kapazität anzubieten. Die Zahl der Destinationen soll auf 70 Prozent des ursprünglichen Plans bei den Langstrecken und 90 Prozent auf der Kurzstrecke steigen.

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