Vestager will große Tech-Konzerne stärker regulieren — EU

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager auf der Digitalkonferenz im Juni 2019 in Paris

Es ist ein Vorhaben, das schon länger auf der Agenda steht und durch die Corona-Krise zwar äußerlich gebremst, im Hintergrund aber an Dringlichkeit gewonnen hat: EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager strebt eine stärkere Regulierung der US-Technologieriesen an, die in der Corona-Krise noch dominanter geworden seien als sie es ohnehin schon waren. "Aber Corona hat gezeigt, wie abhängig wir von US-Konzernen sind, und das war ein Weckruf", sagte Vestager. "Dass die großen Tech-Unternehmen durch die Corona-Krise gestärkt wurden, macht es nur noch dringender, dass auch auf digitalen Märkten alle nach den gleichen Spielregeln spielen".

"Das Internet muss europäisch reguliert werden, das ist ganz klar". Der Vorstoß richtet sich offenbar vor allem gegen die dominanten US-Konzerne wie Google, Facebook und Amazon. Die EU sammle derzeit Ideen, sagte Vestager.

Sie habe nichts dagegen, wenn erfolgreiche Firmen groß würden, sagte die EU-Kommissarin. Sie wolle verhindern, dass sich monopolartige Situationen, wie man sie bei Amazon, Google und Facebook erlebe, auf neuen Märkten wiederholten.

Man brauche deshalb Instrumente, mit denen verhindert werde, dass nur noch ein Unternehmen den Markt kontrolliere. Die Dänin fügte hinzu, auch bezüglich ihrer Inhalte sollten die Konzerne stärker zur Verantwortung gezogen werden. "Sie können nicht ändern, wer sie sind, aber sie können ihr Verhalten ändern, und das werden wir in Europa künftig erwarten", sagte sie der Zeitung.

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