Aschheim: Verfahren: Wirecard will mit Ermittlern kooperieren

Das deutsche Unternehmen versprach den Ermittlern volle Kooperation

Es besteht demnach der Verdacht, dass die Wirecard-Manager Mitte März und April irreführende Signale für den Börsenpreis der Aktien gegeben haben.

Die Staatsanwaltschaft München I habe daraufhin ein Verfahren gegen den gesamten Vorstand eingeleitet und seit Freitagmorgen den Firmensitz in Aschheim durchsucht.

Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin hat den Zahlungsdienstleister Wirecard wegen des Verdachts der Marktmanipulation angezeigt. "Die Ermittlungen richten sich nicht gegen die Gesellschaft, sondern gegen ihre Vorstandsmitglieder", teilte Wirecard weiter mit. Das Unternehmen kooperiere mit den Ermittlungsbehörden und der Vorstand sei zuversichtlich, dass der Sachverhalt sich aufklären werde und die Vorwürfe sich als unbegründet erweisen werden.

An der Börse sorgte das nicht für Beruhigung. Zum Ergebnis dieser Durchsuchung und weiteren Schritten könne die Finanzaufsicht derzeit keine weiteren Angaben machen - "auch um keinesfalls Einfluss auf den Aktienkurs des Unternehmens zu nehmen".

Die Bafin hatte ursprünglich Aussagen des Zahlungsdienstleisters Wirecard vor der Veröffentlichung eines Sonderprüfungsberichts zu Bilanzen des Konzerns genauer unter die Lupe genommen. "Sobald wir Anhaltspunkte dafür finden, werden wir unverzüglich Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft stellen", hatte Elisabeth Roegele, Chefin der Bafin-Wertpapieraufsicht, am Dienstag betont.

So waren bei dem Dax-Konzern auch nach dem Abschluss einer Sonderprüfung zu Bilanzfälschungsvorwürfen zentrale Fragen unbeantwortet geblieben. Deswegen konnten die KPMG-Prüfer auch nicht feststellen, ob den entsprechenden Buchungen auch reale Umsätze entsprechen. Die britische "Financial Times" berichtete wiederholt über vorgetäuschte Umsätze und gefälschte Verträge bei Wirecard in Singapur. Vorstandschef Markus Braun hatte immer wieder behauptet, die bilanzierten Umsätze und Kundenbeziehungen aus diesen Geschäften mit Drittpartnern seien authentisch. Das Unternehmen hatte daher im Oktober eine Sonderprüfung der Bücher für die Jahre 2016 bis 2018 durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG veranlasst. Der Ende April veröffentlichte Bericht konnte nicht alle Zweifel ausräumen.

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