Lufthansa: 22.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr

Am Boden. Eine Einigung von Lufthansa und Gewerkschaften ist nicht in Sicht

Die Lufthansa hat die VC sowie die Gewerkschaften Verdi und Ufo (Kabinenpersonal) für diesen Mittwoch zum "Tarifpartnergipfel" eingeladen.

Nach BILD-Informationen geht es dabei auch um Tausende Jobs in Deutschland: 600 Piloten 2600 Flugbegleiter und 1500 Bodenmitarbeiter sind zu viel, berichtet ein Insider. Bei den Töchtern Swiss, Austrian und Brussels Airlines stehen ebenfalls Tausende Stellen auf der Kippe.

Besonders schockierend ist diese Zahl deshalb, da zuletzt zwar von deutlich mehr als 10.000 Stellen die Rede war, die Zahl von 22.000 aber mehr als die Hälfte der ursprünglichen Zahl darstellt. Betriebsbedingte Kündigungen will die Fluggesellschaft durch Kurzarbeit und Krisenvereinbarungen aber möglichst vermeiden. Die Lufthansa beschäftigt aktuell rund 138.000 Mitarbeiter.

"Ohne signifikante Senkung der Personalkosten während der Krise verpassen wir die Chance eines besseren Restarts aus der Krise und riskieren, dass die Lufthansa Group deutlich geschwächt aus der Krise hervorgeht", sagte Personal-Vorstand Michael Niggemann. Auf genaue Angaben zu den geplanten Maßnahmen muss noch ein wenig gewartet werden: Der 22. Juni wurde als Deadline für konkrete Ergebnisse gesetzt. Auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verlangt den Erhalt der Arbeitsplätze bei der Lufthansa. Sie geht davon aus, dass die Flotte der Lufthansa Group nach der Krise rund 100 Flugzeuge weniger zählen wird. Hinzu kämen Überhänge in der Verwaltung und im Drittkundengeschäft der Servicegesellschaften. Zugleich forderte sie: "Die Mitarbeiter aller Airlines des Konzerns müssen einen Kündigungsschutz bekommen und daran glauben, dass das Management endlich einen gemeinsamen Kurs geht".

UFO-Geschäftsführer Nicoley Baublies erklärte nach dem Treffen, die 22.000 Vollzeitstellen entsprächen 26.000 Arbeitsplätzen im Konzern.

"Es ist gut, dass wir uns heute so intensiv ausgetauscht haben".

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bekräftigte ihre Bereitschaft zu Zugeständnissen in Höhe von 350 Millionen Euro.

"Im Gegenzug erwarten wir einzig vom Konzernvorstand, dass er sich zu seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekennt".

Die Lufthansa ist von der Coronavirus-Krise schwer getroffen; Konzernchef Carsten Spohr rechnet erst in mehreren Jahren mit einer Normalisierung des Angebots und hat bereits eine tiefgreifende Umstrukturierung angekündigt. Wahl mahnte, eine Auslagerung von Arbeitsplätzen zu schlechteren Bedingungen "wäre völlig inakzeptabel". "Für den einzelnen Piloten bedeutet dies einen Gehaltsverzicht von bis zu 45 Prozent", heißt es in einem Statement VC-Präsident Markus Wahl.

Der Staat hilft der Airline mit einem Rettungspaket im Umfang von neun Milliarden Euro, dem die Aktionäre aber noch zustimmen müssen. Der Konzern benötigt daher staatliche Hilfe.

Die Aktionäre müssen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni noch grünes Licht für das Paket geben.

Die Lufthansa glänzt während den Krisenzeiten nicht mit positiven Neuigkeiten: Nachdem der Konzern kürzlich nach 32 Jahren aus dem DAX geflogen ist und einen Milliardenverlust im ersten Quartal bekannt gegeben hat, verkündet die Lufthansa einen Stellenüberhang von 20.000 Vollzeitangestellten.

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