ROUNDUP 2: Frankreich will Luftfahrtindustrie mit 15 Milliarden Euro retten

Flugzeuge der französischen Airline Air France stehen auf dem Rollfeld des Flughafens Paris Charles de Gaulle. /AP  dpa

"Die Luftfahrtindustrie ist unser nationaler Stolz", so stellt Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire das Rettungspaket in Paris vor.

Daneben gibt es viele weitere Einzelposten. Europa dürfe im Flugzeugbau seine Weltmarktstellung mit Airbus in Konkurrenz zum US-Konzern Boeing oder Chinas aufstrebendem Hersteller Comac nicht verlieren, betonte Le Maire. Die Regierung und die großen Luftfahrtunternehmen wollen zum Beispiel einen Investitionsfonds in Höhe von 500 Millionen Euro auflegen, der mittelfristig eine Milliarde Euro erwirtschaften soll. Im Gegenzug verlangt die Regierung von der Branche Arbeitsplatzgarantien sowie Investitionen in den Klimaschutz. Der Fonds soll unter anderem die Automatisierung der Produktion fördern, bei der Frankreich nach Angaben des Wirtschaftsministers Ländern wie Deutschland hinterherhinkt. Neben Bankkrediten in Höhe von 300 Millionen Euro, die zu 90 Prozent vom Staat garantiert werden, erhält die Airline einen Zuschuss von 150 Millionen Euro.

Daneben zielen die Hilfen auf strategisch wichtige Unternehmen wie den französischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern Thales und den Geschäfts- und Militärflugzeugbauer Dassault ab. Lufthansa steuert weitere 150 Millionen Euro bei, womit sich das Hilfspaket auf insgesamt 600 Millionen Euro erhöht. Davon profitiert maßgeblich Airbus mit Aufträgen für A330-Flugzeuge und Hubschrauber. Der Chef des Luft- und Raumfahrtkonzerns mit Schaltzentrale im südwestfranzösischen Toulouse, Guillaume Faury, hatte in der Vergangenheit von einer existenziellen Bedrohung gesprochen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace äußerte massive Kritik an dem Plan.

Das französische Wirtschaftsministerium nahm zugleich mögliche Kritik der Welthandelsorganisation (WTO) oder der USA gegen Staatssubventionen vorweg. "Wir werden nicht die Idioten des weltweiten Dorfes sein", betonte er.

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