Lufthansa Group: Personal-Überhang in vielen Bereichen

Einschnitte sind praktisch querbeet im Konzern geplant. In der Praxis gibt es aber auch Teilzeitbeschäftigte. Die Gewerkschaft Ufo rechnet mit 26.000 Betroffenen. Der Lufthansa-Konzern beschäftigt rund 138.000 Mitarbeiter. Allein der Flugbetrieb der Lufthansa Airline sei perspektivisch mit rechnerisch knapp 5.000 Arbeitsplätzen betroffen, 600 davon seien Stellen von Piloten, 2.600 von Flugbegleitern und 1.500 von Bodenmitarbeitern, teilte das Unternehmen mit. Ebenfalls betroffen seien weitere 1400 Stellen in der Zentrale und bei anderen Konzerngesellschaften in der Administration. Lufthansa Technik habe weltweit einen Personalüberhang von rund 4.500 Stellen, 2.500 davon in Deutschland. Im Cateringgeschäft der LSG Group sind es weltweit 8300, davon 1500 in Deutschland. Wie Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann am Montagabend erklärt hat, ist für das fliegende Personal Feuer am Dach: "Nach unseren aktuellen Annahmen über den Geschäftsverlauf der kommenden drei Jahre haben wir allein bei Lufthansa perspektivisch keine Beschäftigung für jeden siebten Piloten und jeden sechsten Flugbegleiter sowie zahlreiche Mitarbeiter am Boden", so Niggemann. Den Betriebsräten seien entsprechende konkrete Zahlen der in Folge der Corona-Krise entstandenen personellen Überkapazitäten vorgestellt worden.

Das Ziel sei, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden und mit den Gewerkschaften und Betriebsräten Krisenvereinbarungen zu treffen. Bei Austrian Airlines gibt es aufgrund der Flottenverkleinerung einen Personalüberhang von 1100 Stellen. Brussels Airlines wird ihre Kapazitäten um 1000 Stellen reduzieren, bei Lufthansa Cargo sind es 500 Stellen.

Am 25. Juni ist eine außerordentliche Hauptversammlung geplant, bei der die Aktionäre dem Einstieg der Bundesrepublik als Großaktionär mit 20 Prozent Anteil zustimmen soll, der zur Abwehr einer feindlichen Übernahme auf 25 Prozent erhöht werden könnte. Im Gegenzug für ein neun Milliarden schweres Rettungspaket einschließlich Beteiligung des Bundes an dem Unternehmen muss die Lufthansa 24 Start- und Landerechte an ihren wichtigen Flughäfen in Frankfurt und München an die Konkurrenz abgeben.

Lufthansa-Vorstand Niggemann fasst die Zielsetzung in zwei Sätzen zusammen: "In der größten Krise der Luftfahrtgeschichte wollen wir trotz aller Herausforderungen über 100.000 Arbeitsplätze in der Lufthansa Group langfristig sichern. Dafür sind schmerzhafte Restrukturierungen unumgänglich, die wir möglichst sozial verträglich umsetzen wollen".

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