Entzündungshemmer gegen Covid-19 - noch viele Fragen offen

Entzündungshemmer gegen Covid-19 - noch viele Fragen offen

Die Daten sind allerdings noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht und von anderen Experten begutachtet, sie wurden von der Universität Oxford lediglich in einer Mitteilung verkündet.

Nach Angaben von Forschern der Universität Oxford, sei Dexamethason das einzige Medikament, mit dem bislang gezeigt wurde, dass es die Sterblichkeit senke. "Das ist ein großer Durchbruch".

Der Wirkstoff wird unter anderem in der Neurologie (bei Hirnödem), bei Atemwegserkrankungen (Asthma), in der Dermatologie, Infektiologie, Onkologie, Rheumatologie und Ophthalmologie angewendet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) begrüßt die Ergebnisse und sieht in den vorläufigen Ergebnissen einen Durchbruch im Kampf gegen die Krankheit, nicht zuletzt deshalb, da es sich bei dem Glucocorticoid um einen Wirkstoff mit bekanntem Nebenwirkungsprofil handelt. Der "WHO"-Chef wörtlich: "Ich gratuliere der Regierung des Vereinigten Königreichs, der "Universität Oxford" sowie den vielen Krankenhäusern und Patienten im Vereinigten Königreich, die zu diesem lebensrettenden wissenschaftlichen Durchbruch beigetragen haben". Darauf macht Bernd Salzberger aufmerksam, Bereichsleiter Infektiologie am Universitätsklinikum Regensburg und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie.

Doch Experten warnen laut der Deutschen Presseagentur vor einer verfrühten Euphorie. Das Ergebnis klinge beeindruckend, aber bisher liege nur eine Pressemitteilung vor. "Bevor man das vollständige, durch unabhängige Gutachter beurteilte Manuskript gesehen hat, kann man die Wertigkeit der Studie nicht beurteilen", so Welte. Kritisch zu prüfen ist bei Vorlage der Publikation, ob die beiden Patientengruppen (Dexamethason-Gruppe und Vergleichsgruppe) wirklich vergleichbar waren.

Aktuell untersucht das britische Forscherteam, welche bereits zugelassenen Medikamente gegen Corona helfen. Insgesamt 2104 Personen gehörten demnach zum Dexamethason-Teil, der zehn Tage lang einmal täglich 6 Milligramm des Mittels bekamen. Die Ergebnisse legten nahe, dass das Mittel bei schwer kranken Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden, unverzüglich als Standardtherapie eingesetzt werden solle. Diese vorläufigen Ergebnisse der "Recovery"-Studie seien sehr eindeutig - Dexamethason reduziere das Sterberisiko bei Patienten mit schweren Atemkomplikationen, erklärte Martin Landray, ein weiterer Studienleiter".

Dexamethason ist in vielen Medikamenten enthalten, die das Immunsystem unterdrücken, um allergische und entzündliche Prozesse zu stoppen. In der Versuchsgruppe sank sie jedoch um ein Drittel! Bei Menschen, die Sauerstoff verabreicht bekamen, sank die Sterberate immerhin um ein Fünftel. "Dies ist die erste Behandlung, die nachweislich die Mortalität bei Patienten mit COVID-19 senkt, die Sauerstoff oder Beatmungsunterstützung benötigen", so Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass bei der Behandlung mit Dexamethason im Mittel von je 8 schwerkranken Covid-19-Patienten 1 Todesfall verhindert werden könnte.

Konkret geht es in der Studie um den Entzündungshemmer "Dexamethason". Der oberste medizinische Berater der britischen Regierung, Chris Whitty, sprach vom bisher wichtigsten Ergebnis in Zusammenhang mit Covid-19. Die in London ansässige Wellcome-Stiftung setzt sich für die Verbesserung der weltweiten Gesundheit ein. Das Medikament sei preiswert, verfügbar und könne sofort verwendet werden, um weltweit Leben zu retten.

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