Studie - Dexamethason verringert Todesrate bei schwerkranken Corona-Patienten

Dexamethason als neue „Breakthrough Therapy“ bei Covid-19. Wissenschaftler sind von der Wirkung wenig überrascht

4321 Patienten hätten als Kontrollgruppe gedient. Das legen vorläufige Studienergebnisse nahe. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regenburg, gibt zu bedenken, dass Dexamethason die Immunantwort gegen das Coronavirus bremse und so dazu führen könnte, dass das Virus langsamer eliminiert wird. Die WHO sprach bereits gestern von einem "Durchbruch".

Dexamethason ist ein altbekannter Entzündungshemmer und plötzlich der Hoffnungsträger im Kampf gegen Covid-19. An den Untersuchungen zu Dexamethason haben den Angaben zufolge 2.104 Patientinnen und Patienten teilgenommen.

"Dies ist die erste Behandlung, mit der sich die Mortalität bei schwerkranken COVID-19-Patienten, die Sauerstoff oder eine mechanische Beatmung brauchen, senken ließ", wird WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus in der Mitteilung zitiert: "Das sind großartige Nachrichten, und ich gratuliere der britischen Regierung, der Universität Oxford und den vielen teilnehmenden Kliniken und Patienten für diesen Durchbruch", so Ghebreyesus. Wie die soeben publizierten, aber noch nicht wissenschaftlich begutachteten Zwischenergebnisse der "Recovery"-Studie der Universität Oxford zeigen, kann das Mittel die Sterberate bei schweren Covid-19-Verläufen senken". Dexamethason beziehungsweise andere immunmodulierende Substanzen und Remdesivir seien möglicherweise sogar eine sinnvolle Kombination - Remdesivir bekämpfe das Virus, Dexamethason die überschießende Entzündung. Der NHS, der Gesundheitsdienst Großbritanniens, hat auch schon angekündigt, dass das Mittel in die Liste der Standardtherapie für Covid-19 aufgenommen werden soll.

Genf - Mit euphorischen Worten hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ergebnisse einer britischen Studie zur Behandlung von COVID-19-Patienten mit dem Wirkstoff Dexamethason begrüßt. In einer Mitteilung heißt es, Dexamethason hätte bei Patientinnen und Patienten, die auf ein Beatmungsgerät angewiesen waren, die Wahrscheinlichkeit zu sterben um rund 35 Prozent verringert.

In der "Recovery"-Studie untersuchen Wissenschaftler die Eignung verschiedener bereits zugelassener Medikamente als Mittel gegen Covid-19". Auch in der Krebstherapie wird der Wirkstoff oft angewendet, da seine entzündungshemmende Wirkung für den Rückgang von Schwellungen um Hirntumore sorgen kann. Für diejenigen Patientinnen und Patienten, die Sauerstoff benötigten, wurden die Todesfälle um ein Fünftel reduziert. Das Ergebnis klinge beeindruckend, aber bisher liege nur eine Pressemitteilung vor.

Advertisement "Bevor man das vollständige, durch unabhängige Gutachter beurteilte Manuskript gesehen hat, kann man die Wertigkeit der Studie nicht beurteilen", so der Pneumologe. Es sei vor allem wichtig zu sehen, dass die beiden Gruppen vergleichbar seien, also die Dexamethason-Gruppe und die Vergleichsgruppe.

Nick Cammack, Experte für COVID-19 bei der weltweiten Gesundheitsorganisation Wellcome Trust, sagte, nun werde Dexamethason "die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Leben und Wirtschaft in der ganzen Welt verändern". Wäre das Medikament von Anfang an zum Einsatz bekommen, hätten, laut den Forschern, alleine im Vereinigten Königreich 5.000 Leben gerettet werden können. Er ist auch in vielen Medikamenten enthalten, die das Immunsystem unterdrücken, um allergische und entzündliche Prozesse zu stoppen. Der Wirkstoff kann innerlich wie äußerlich verabreicht werden. Bei kurzzeitiger Gabe ist das Risiko von Nebenwirkungen im Allgemeinen gering. Es forderte bisher über 436.200 Menschenleben.

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