Rassismus: Uncle-Ben's-Logo vor Änderung

Seit 1946 ziert die Reispackungen von „Uncle Ben’s“ ein Logo mit einem älteren afroamerikanischen Herrn

Historisch wurden im US-amerikanischen Süden häufig afroamerikanische Bedienstete "Aunt" und "Uncle" genannt - "weil man ihnen den Titel ‚Mr.' oder ‚Mrs.' verweigerte", wie die "New York Times" schon 2007 schrieb. Es sei zum Beispiel ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, dass Uncle Ben's sein Logo ändert.

Inmitten der Debatte über ethnische Ungleichheit in den USA geben zwei große US-Getränke- und Lebensmittelkonzerne ihre altbewährten Markenzeichen auf. Die Produktpalette von "Aunt Jemima" umfasst vor allem Backmischungen für Frühstückspfannkuchen und Sirup. Das Logo der seit mehr als 130 Jahren bestehenden Marke wird ab Jahresende abgeschafft, wie das Mutterunternehmen Quaker Foods North America mitteilte, das wiederum zum Konzern PepsiCo gehört. Ähnlich der Aufmachung von "Uncle Ben's" zeigt das Logo das Porträt einer breit lächelnden dunkelhäutigen Frau - Kritiker sehen in diesem Bild klischeehaft eine Schwarze als Maskottchen im Stil einer freundlichen Dienerin abgebildet. Der Neustart mit verändertem Logo und Namen soll im vierten Quartal erfolgen. Angesichts der aktuellen Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA geraten auch Unternehmen stärker unter Druck, sich dem gesellschaftlichen Wandel anzupassen. "Wir müssen einen intensiven Blick auf unsere Marken werfen und sicherstellen, dass sie unsere Werte widerspiegeln und die Kundenerwartungen erfüllen", sagte Quaker-Managerin Kroepfl.

Seit 1946 ziert die Reispackungen von „Uncle Ben’s“ ein Logo mit einem älteren afroamerikanischen Herrn
1 Seit 1946 ziert die Reispackungen von „Uncle Ben’s“ ein Logo mit einem älteren afroamerikanischen Herrn

Der Lebensmittelkonzern Mars arbeite daran, das Logo des dunkelhäutigen, älteren Mannes auf seinen "Uncle Ben's"-Produkten "weiterzuentwickeln", so berichtete "RND". Das Unternehmen wolle seinen Beitrag zu einem Ende von "rassistischen Vorurteile und Ungerechtigkeiten" leisten, erklärte am Mittwoch ein Konzernsprecher.

Was genau an der Marke geändert wird, ist noch unklar. Mars ziehe alle Möglichkeiten in Betracht, hieß es. Der Konzern äußert sich deutlich: "Rassismus hat keinen Platz in der Gesellschaft". An diesem Samstag gingen wieder weltweit Menschen auf die Straße, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Auslöser ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd, der am 25. Mai in Minneapolis bei einem brutalen Polizeieinsatz verstarb.

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