Bilanzskandal bei Zahlungsdienstleister: Konten mit Wirecard-Milliarden existieren wohl nicht

Bild zu Wirecard

Der Bezahldienstleister Wirecard steht am Abgrund - die Zukunft des Dax-Konzerns hängt vom Wohlwollen der Banken ab.

Wirecard ziehe daher die Einschätzung des vorläufigen Ergebnisses des Geschäftsjahres 2019, des vorläufigen Ergebnisses des ersten Quartals 2020, der EBITDA-Prognose für 2020 und der Vision 2025 zu Transaktionsvolumen, Umsatz und EBITDA zurück.

Zuvor hatten sich Hinweise auf einen Milliardenbetrug verdichtet.

Der Vorstand des Bezahldienstleisters Wirecard geht nach einer Mitteilung aus der Nacht vom Montag davon aus, dass die Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen".

Schon am Freitag hatten die philippinischen Banken BDO Unibank und Bank of the Philippine Islands mitgeteilt, dass der deutsche Dax-Konzern kein Kunde bei ihnen sei. Dokumente externer Prüfer, die das Gegenteil besagen, seien gefälscht. Wegen des fehlenden Nachweises der 1,9 Milliarden Euro hatte der Wirtschaftsprüfer EY Wirecard das Testat für den Jahresabschluss verweigert. Die Aktie ist seit Tagen im Sturzflug. Aktuell notiert die Aktie bei rund 22 Euro.

Das Münchner Unternehmen hatte kürzlich die Veröffentlichung seines Jahresabschlusses 2019 zum vierten Mal verschoben.

Nun könnten Banken Wirecard den Geldhahn abdrehen.

Wegen des Skandals war am Freitag der Gründer und Chef von Wirecard, Markus Braun, mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Die Investmentbank Houlihan Lokey prüfe "Möglichkeiten für eine nachhaltige Finanzierungsstrategie". Die IT Systeme von Wirecard liefen ohne Einschränkungen, hieß es weiter. Am Finanzplatz Frankfurt war zumindest am Wochenende zu hören, dass die Banken Wirecard weiter am Leben halten wollen.

Die Gesellschaft ging bislang davon aus, dass die zugunsten von Wirecard ausgewiesenen Bankguthaben auf Treuhandkonten bestünden. Die Verlässlichkeit dieser Treuhandbeziehung werde nun infrage gestellt, erklärte die Gesellschaft. Man untersuche, ob, in welcher Art und Weise und in welchem Umfang das Geschäft tatsächlich zugunsten von Wirecard geführt worden sei.

Verschiedene Medien, vor allem die "Financial Times", hatten Wirecard in den vergangenen Monaten mehrfach die Manipulation von Bilanzen vorgeworfen.

Wo es nichts gibt, lässt sich auch nichts finden. Das Geld sollte eigentlich auf Konten in den Philippinen liegen.

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