Lufthansa: Thiele rechnet mit mehrjähriger Sanierungsphase

Lufthansa-Flugzeuge in München

Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Vorfeld am Flughafen München.

Die Sanierung der Lufthansa wird nach Einschätzung von Großaktionär Heinz Hermann Thiele länger als geplant dauern. Die Sanierung werde "für alle Beteiligten ein schmerzhafter Weg", sagt Großaktionär Thiele. In jedem Fall gehe es darum, "die Lufthansa zukunftsfähig zu machen". Dazu werde das Management einen Restrukturierungsplan entwerfen.

Zu seinem künftigen Einfluss bei Lufthansa sagte Thiele dem Blatt: "Gegenwärtig habe ich keine Absicht, mein Aktienpaket zu erhöhen - ich schliesse das allerdings auch nicht aus". Thiele fordert vom Management harte Sparmaßnahmen: Aufgrund der umfangreichen Kredite die verzinst und getilgt werden müssten, reichten Personal- und Sachkostenreduzierung nicht aus. Es müssen auch Beteiligungen von Tochtergesellschaften auf den Prüfstand.

Man müsse sich alles anschauen, was nicht für den absoluten Kernbetrieb für die nächsten Jahre erforderlich sei - auch etwa das Catering-Geschäft in Europa oder Teile der Lufthansa-Technik.

Seine Motivation, mit 15.5 Prozent bei Lufthansa einzusteigen, war laut Thiele kein Geschäftssinn, sondern Patriotismus und jahrzehntelange Verbundenheit mit der Marke: "Ich fliege seit 50 Jahren mit Lufthansa und habe fast immer auf allen Flügen die besten Erfahrungen gemacht". Die Aktionäre des MDax-Konzerns hatten am Donnerstag einer 20-prozentigen Kapitalbeteiligung der Bundesrepublik zugestimmt - das Hilfspaket hat ein. Damit kann die Lufthansa mit deutscher Staatshilfe weiterfliegen. Thiele hatte der Neun-Milliarden-Euro-Hilfe und dem dadurch entstehenden Staatseinfluss skeptisch gegenüber gestanden.

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