NRW: Russischer Finanzinvestor hat ab sofort das Sagen bei Real

Die SB-Warenhauskette Real hat rund 34.000 Beschäftigte. /dpa

Düsseldorf /Oldenburg /Emden /Norden Die SB-Warenhauskette Real hat einen neuen Besitzer: den russischen Finanzinvestor SCP. Der Verkauf war bereits im Frühjahr vereinbart worden. Gleichzeitig fließen nun rund 300 Millionen Euro in die Kassen des Unternehmens.

Nach einem insgesamt fast zweijährigen Verkaufsprozess übernimmt SCP die insgesamt 276 Real Märkte mit circa 34.000 Beschäftigten und rund 80 Immobilien sowie aller zu real zugehörigen Gesellschaften. Zwar wurden alle Beschäftigten vom neuen Eigentümer mit ihren aktuellen Verträgen zu bestehenden Konditionen übernommen. Der Finanzinvestor macht aber auch kein Hehl daraus, dass er die Zerschlagung der Handelskette plant: 141 der zuletzt noch rund 270 Real-Märkte sollen an Kaufland und Edeka verkauft, rund 30 Märkte mangels Perspektiven geschlossen werden. Und auch für den Online-Marktplatz real.de hat SCP mit der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) bereits einen Käufer gefunden. Für die verbleibenden Märkte werden weiterhin mögliche Optionen geprüft, wobei die Erhaltung auch dieser Arbeitsplätze ein vorrangiges Ziel ist. "Schließungen werden nur in Betracht gezogen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind".

Die Gewerkschaft Verdi sieht in der Übernahme eine "Existenzgefährdung für tausende Menschen", wie Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger erst vor wenigen Tagen der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die SCP Group ist damit für die Geschäfte von Real verantwortlich und wird sich bei der Neupositionierung des Immobilienportfolios auf ihren strategischen Partner x+bricks Group stützen. Der Verkauf von Real beendet eine lange Reihe von Veräußerungen und transformiert METRO erfolgreich in ein vollständig fokussiertes Großhandelsunternehmen. Von der Konzentration auf den Großhandel erhofft sich der Konzern mehr Wachstums- und Ertragspotenzial.

Real war zuletzt das Sorgenkind bei dem Düsseldorfer Handelsriesen Metro und hatte dort im Geschäftsjahr 2018/19 für tiefrote Zahlen gesorgt. Die meist auf der grünen Wiese gelegenen Hypermärkte litten seit Jahren unter veränderten Einkaufsgewohnheiten in Deutschland.

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