Wirecard: Razzia in der Konzern-Zentrale in Aschheim

Ermittler durchsuchen erneut Firmensitze

Der DAX-Konzern wird unterdessen voraussichtlich in Einzelteilen verkauft. Die Gläubiger hätten dabei auch grünes Licht für die Mandatierung von spezialisierten Investmentbanken gegeben, die sich um den Verkauf der einzelnen Firmenteile kümmern sollen, erklärte der Insolvenzverwalter. Der Betrieb bei Wirecard soll nach Möglichkeit nicht unterbrochen oder eingestellt werden.

Die US-Tochter Wirecard North America - eine Gesellschaft, die ehedem der US-Großbank Citibank gehörte und 2016 von Wirecard übernommen worden war - hatte sich am Dienstag selbst zum Verkauf gestellt und ihre Autonomie betont.

Es gehe in erster Linie um die Vorwürfe, die Grundlage der Ermittlungen gegen Ex-Vorstandschef Markus Braun - ein Österreicher - seien, also unrichtige Angaben und Marktmanipulation in mehreren Fällen.

Zwölf Staatsanwälte, 33 Polizisten und weitere IT-Fachleute seien vor Ort mit österreichischen Kollegen. In Österreich wurden zwei Objekte durchsucht.

Unterdessen mehren sich die Anzeichen, dass der Wirecard-Aufsichtsrat dem Ex-Vorstandschef Markus Braun eine erhebliche Mitverantwortung für die Affäre um mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro gibt.

Bei Wirecard sind erneut die Ermittler angerückt. Der Anstellungsvertrag des langjährigen Konzernchefs sei "mit sofortiger Wirkung" außerordentlich gekündigt worden, teilte Wirecard am Dienstagabend mit. Auch Marsalek war schon fristlos gefeuert worden. Der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Felix Hufeld, muss sich heute in Berlin den Abgeordneten im Bundestag-Finanzausschuss stellen. Dabei steht für Hufeld einiges auf dem Spiel: Von dem Auftritt hinter verschlossenen Türen dürfte abhängen, ob der 59-Jährige weiter oberster deutscher Finanzaufseher bleibt.

Nach derzeitigem Stand haben Wirecard-Manager einen beträchtlichen Teil der Umsätze und Gewinne des Unternehmens in Südostasien und im Mittleren Osten frei erfunden. Die mutmaßlichen Scheingeschäfte wurden als Umsätze und Gewinne mit Subunternehmern verbucht, die angeblich im Auftrag von Wirecard Zahlungen abwickelten.

Wirecard hatte eingestehen müssen, dass in seiner Jahresbilanz 1,9 Milliarden Euro fehlen.

Nicht nur Geld geht Wirecard verloren, sondern auch Kunden. Die Allianz Deutschland stellt wegen des Skandals ihre Bezahl-App "Pay&Protect" ein, die über die Wirecard Bank läuft, wie das Unternehmen am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Hier sehen Sie - ständig aktualisiert - außergewöhnliche Fotos aus aller Welt.

Die Kunden sollen die App vorerst weiter voll nutzen können.

Weltweite Proteste gegen Rassismus.

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