Abgasbetrug: Razzia bei Volkswagen und Continental

Der Continental Sitz im Stadtosten von Regensburg

Der Continental-Sitz im Stadtosten von Regensburg.

"Wir ermitteln gegen Mitarbeiter von Continental wegen der Beihilfe zum Betrug und wegen der Vorlage falscher Unterlagen", sagte Staatsanwalt Oliver Eisenhauer der Nachrichtenagentur Reuters zufolge. Am Mittwoch hat die Staatsanwaltschaft Geschäftsräume von Volkswagen und dem Autozulieferer Continental durchsucht.

Die "Wirtschaftswoche" hatte zuvor von Durchsuchungen bei Continental und VW berichtet.

Die Ermittlungen zum Diesel-Abgasskandal weiten sich aus. Den sieben Ingenieuren und zwei Projektleitern wird zudem mittelbare Falschbeurkundung vorgeworfen.

Man prüfe, ob Mitarbeiter der früheren Siemens-Autotechnik-Sparte VDO - von Conti 2007 übernommen - möglicherweise den Auftrag für die Motorsteuerung der 1,6-Liter-Ausgabe des späteren Skandal-Dieselmotors EA 189 in dem Wissen annahmen, dass VW damit betrügerische Absichten verfolgen wollte, zitierte die Nachrichtenagentur dpa die Staatsanwaltschaft. Dabei handelte es sich nach Unternehmensangaben um Büros in Hannover, Frankfurt und Regensburg. Das Unternehmen arbeite "vollumfänglich mit den Behörden" zusammen. Außerdem werde Hinweisen nachgegangen, dass die Dokumentation der Software entsprechend beeinflusst worden sein soll. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass Beschäftigte der heutigen Automotive-Sparte von Continental damit "den Wünschen von VW entsprochen" haben, eine verbotene Abschalteinrichtung herzustellen. Die sichergestellten Beweismittel müssten nun ausgewertet werden, teilte die Staatsanwaltschaft mit: "Wir stehen da noch am Anfang". Continental-Mitarbeiter wurden in dem Verfahren als Zeugen geführt.

Continental erklärte dazu: "Wir haben an keinen unserer Kunden Software zum Zweck der Manipulation von Abgastestwerten geliefert". "Mit der von Continental an ihre Kunden gelieferten Software haben sich die im jeweiligen Zeitraum gültigen Abgasgrenzwerte grundsätzlich einhalten lassen".

Die Abgasaffäre bei Volkswagen war im September 2015 aufgeflogen. Der Autohersteller hatte in Amerika manipulierte Abgas-Reinigungssysteme in Dieselfahrzeuge eingebaut, die im Testbetrieb deutlich niedrigere Stickoxid-Emission anzeigten, als im tatsächlichen Betrieb auf der Straße entstanden.

Waren Zulieferer in VW-Abgasskandal eingeweiht?

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