Impfstoff von Pfizer und Biontech: Ergebnisse "ermutigend"

Diese vom Center for Disease Control and Prevention erstellte Illustration zeigt den neuartigen Coronavirus

Die ersten Testergebnisse des US-Pharmagiganten Pfizer und der Mainzer Firma Biontech machen nun Hoffnung. Anfang Mai hatten sie bekannt gegeben, dass sie mit ihrer Impfstoffstudie beginnen. Bei allen 24 Testpersonen, die jeweils zwei Injektionen der Wirkstoff-Kandidaten bekommen haben, wurden nach vier Wochen Antikörper gegen das Coronavirus festgestellt. Mit im Rennen ist auch Biontech aus Mainz und Pfizer.

Bei zwei Gruppen von Probanden, die zwei unterschiedliche Dosen des Wirkstoffs erhielten, seien neutralisierende Antikörper festgestellt worden. Unklar sei noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützen.

In der nächsten Forschungsphase könnten mehr als 30.000 gesunde Probanden beteiligt werden, wie Biontech weiter mitteilt.

Weltweit wird mit Hochdruck nach einem Impfstoff gegen das neue Coronavirus gesucht. Die am häufigsten vorkommende lokale Reaktion sei ein Schmerz an der Einstichstelle gewesen.

Mehrere Experten bewerteten die Ergebnisse positiv.

Die Zahl der am Coronavirus infizierten Menschen steigt beständig. Abhängig von der Impfstoff-Dosis hatten die Geimpften 1,8 oder 2,8 Mal mehr neutralisierende Antikörper gegen das Coronavirus gebildet.

"Das sind ganz gute Signale", kommentierte Stephan Becker, Virologe an der Uni Marburg. Die Menge sei im einen Fall um fast das Doppelte und im anderen Fall um fast das Dreifache höher gewesen als bei Patienten mit überwundener Corona-Infektion. Zudem sei unklar, ob die Impfung zum Aufbau eines sogenannten Immungedächtnisses führt. Um das zu zeigen, müssen viele Tausend Menschen geimpft werden, um dann zu schauen, wie viele von ihnen sich unter realen Bedingungen mit dem Coronavirus infizieren.

"Daten zur Immunantwort nach Impfung beim Menschen sind tatsächlich ein wichtiger und ermutigender Schritt auf dem Weg zu einem Impfstoff", sagte der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek. Vor Biontech und Pfizer habe das Biotech-Unternehmen Moderna aus den USA die Induktion einer Immunantwort beim Menschen durch einen RNA-Impfstoffkandidaten bekanntgegeben. Biontech-Chef Ugur Sahin wird von der Nachrichtenagentur Reuters mit den Worten zitiert: "Diese ersten Studienergebnisse zeigen, dass der Impfstoff eine Immunaktivität aufweist und eine starke Immunantwort auslöst". "Wir freuen uns darauf, zusätzliche Daten zu BNT 162b1 zu veröffentlichen", sagte er.

Außer in den USA testet Biontech auch potenzielle Impfstoffe in Deutschland. BNT 162b1 ist der Name des Impfstoffkandidaten, zu dem nun die US-Ergebnisse vorliegen. Kathrin U. Jansen, Senior Vice President bei Pfizer und für die Impfstoffforschung zuständig, sagte, die ersten klinischen Daten stimmten zuversichtlich. Anschließend wollen Biontech und sein ungleich größerer US-Partner Pfizer die Entwicklung des aussichtsreichsten Impfstoffkandidaten vorantreiben.

Noch sei BNT 162b1 in keinem Land der Welt für den Gebrauch zugelassen, betonten Biontech und Pfizer. Und: "Sollte die Studie erfolgreich verlaufen und der Impfstoff die behördliche Zulassung erhalten, planen die beiden Firmen, bis Ende 2020 bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen und bis Ende 2021 möglicherweise mehr als 1,2 Milliarden Impfstoffdosen produzieren zu können".

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