ROUNDUP: Commerzbank-Aufsichtsrat vor wichtigen Weichenstellungen

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Wie sich in diesen Tagen deutlich zeigt, lief im Aufsichtsrat und dessen Nominierungsausschuss in der Vergangenheit nicht allzu viel zusammen, was die langfristige Nachfolgeplanung angeht. Dass sich der Aufsichtsrat in seiner außerordentlichen ganztägigen Sitzung am Mittwoch lieber mit Fragen der Strategie als mit der Nachfolge von Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann beziehungsweise Vorstandschef Martin Zielke befasst hat, passt in das chaotische Bild, das die Bank gerade abgibt. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" will jedoch keiner der amtierenden Aufsichtsräte neuer Vorsitzender des Kontrollgremiums werden.

Update vom 8. Juli, 20.44 Uhr: Fast zehn Stunden dauerte die Sondersitzung des Commerzbank-Aufsichtsrates am Mittwoch.

Er will dem Finanzinstitut bei seinem Rückzug als Vorstandsvorsitzender einem Medienbericht zufolge finanziell entgegenkommen.

Die Bank hatte am Freitagabend überraschend angekündigt, dass Zielke und Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann vorzeitig abtreten wollen. Erst wenn die Führungsfragen geklärt seien, könne man die künftige Ausrichtung der Bank angehen, berichten mehrere Medien übereinstimmend.

Zielkes Vertrag soll nach Angaben vom vergangenen Freitag spätestens mit 31. Dezember 2020 einvernehmlich aufgelöst werden. AR-Chef Schmittmann habe angekündigt, sein Mandat im Aufsichtsrat mit Wirkung zum 3. August 2020 niederzulegen. Bei seinem Abgang will Zielke offenbar 1,5 Millionen Euro verzichten.

Auf die neue Führungsspitze warten weitreichende Entscheidungen. Intern kursierten Pläne, die den Abbau von bis zu einem Viertel der knapp 40.000 Vollzeitstellen vorsehen. Gleichzeitig soll das Filialnetz drastisch ausgedünnt werden. Beiden Gremien sitzt Schmittmann vor, der die Durchhalteparolen von Zielke vielleicht irgendwann einfach geglaubt hat: "Bei der Strategie, Commerzbank 5.0' haben wir bereits greifbare Fortschritte erzielt und kommen schneller als geplant voran", hatte der Manager Mitte Februar erklärt. Der US-Fonds hatte der Konzernführung vorgeworfen, "über Jahre eklatant versagt" zu haben. Größter Anteilseigner der Commerzbank ist der Bund, der in der Finanzkrise 2008/2009 mit 15,6 Prozent bei dem Geldhaus eingestiegen war.

Zielke hatte eingeräumt, dass die im Herbst beschlossenen Maßnahmen nicht durchschlagend genug waren, um die Bank im Zinstief profitabler zu machen.

Die Commerzbank ist inmitten eines Restrukturierungsprogramms, das unter einem neuen CEO verschärft werden dürfte, was Stellenabbau, Filialschließungen und Kostensenkungen betrifft. Im September hatte die Commerzbank angekündigt, konzernweit 4.300 Vollzeitstellen zu streichen, zugleich aber in strategischen Bereichen wie Vertrieb, IT und Regulatorik 2.000 Jobs zu schaffen.

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