Weizsäcker-Prozess: 12 Jahre Haft und Einweisung wegen Mordes

Weizsäcker-Mörder Gregor S. muss zwölf Jahre ins Gefängnis

Im Prozess ist die Schuldfähigkeit des Angeklagten ein zentraler Punkt. Das Landgericht Berlin unterbrach zur Prüfung der Anträge die Verhandlung zunächst für eine Stunde. Ihr 57-jähriger Mandant Gregor S., der dem Berliner Gerichts-Psychiater Dr. Zudem wurde seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Sonst wäre bei Mord eine lebenslange Freiheitsstrafe zwingend. Zudem wurde der Mann aus Andernach in Rheinland-Pfalz des versuchten Mordes an einem Polizisten schuldig gesprochen. Der Polizist, der privat bei dem Vortrag war, bei dem Weizsäcker erstochen wurde, wollte den Angreifer stoppen und wurde schwer verletzt. Er konnte den Täter in einem Handgemenge überwältigen, trug aber schwere Stich- und Schnittverletzungen am Oberkörper und an den Händen davon.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil weitgehend der Forderung der Staatsanwältin.

Fritz von Weizsäcker (59) war am 19. November 2019 durch einen Messerstich in den Hals getötet worden. Das Berliner Landgericht berücksichtigte den psychischen Zustand des Mannes. Ihm sei es darum gegangen, sich selbst durch die Tat "aus dem Sumpf seines Alltags zu ziehen". Als Mordmotiv sah die Staatsanwaltschaft Hass auf die Familie des Getöteten, insbesondere auf den früheren Bundespräsidenten. Er hatte den Angriff bereits am Tatort und auch im Prozess gestanden, dabei aber keinerlei Reue gezeigt. Am Ende seines Schlusswortes meinte er: "Damit ist der Drops gelutscht". "Wenn ich sie nicht begangen hätte, wäre ich eingegangen". Er selbst hatte sich in seinem Geständnis als Zwangsneurotiker, Ex-Nazi und verkrachte Existenz beschrieben.

Der achte Tag des Prozesses begann am Mittwochmorgen mit Befangenheitsanträgen des Angeklagten gegen den Richter und den psychiatrischen Gutachter. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem "entsetzlichen Schlag für die Familie".

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