"Daimler kann mehr": Källenius verspricht Besserung

Hauptversammlung von Daimler

"Wie erwartet werden wir im zweiten Quartal Covid-19-bedingt deutliche Umsatzrückgänge verzeichnen", sagte Källenius und mahnte: "Der Weg zum Vorkrisenniveau ist noch lang". Stattdessen arbeitet Daimler nun mit der US-Tech-Firma Nvidia zusammen. Denn: Daimler befindet sich mitten in einer handfesten Krise und das nicht nur wegen der Corona-Pandemie.

Im November hatte der neue Daimler-Chef Pläne vorgestellt, nach denen von 2020 bis 2022 mehr als eineinhalb Milliarden Euro eingespart werden sollten. "Wir sind vorsichtig optimistisch, dass andere Märkte an diese Entwicklung Schritt für Schritt anknüpfen", sagte Källenius. Im Einzelmarkt USA konnte Mercedes in den ersten sechs Monaten des Jahres 127.207 Fahrzeuge ausliefern, ein Minus von 13,7 Prozent. Daimler-CEO Ola Källenius muss sich am Mittwoch auf der Hauptversammlung erstmals wütenden Anlegern stellen. Die Personalkosten sollten durch den Wegfall von mehr als 10.000 der weltweit 300.000 Stellen um 1,4 Milliarden Euro sinken. Man sei derzeit in konstruktiven Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern. Im zweiten Quartal werde es einen operativen Verlust und auch ein Mittelabfluss im Industriegeschäft geben. "Deswegen müssen wir noch zusätzliche Anstrengungen unternehmen", sagte Källenius, blieb konkrete Details vor allem zu einem möglichen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen allerdings schuldig. In der vergangenen Woche kündigte der Konzern bereits an, sein Smart-Werk im französischen Hambach zu verkaufen.

Viele Aktionärsvertreter halten die Probleme für hausgemacht.

Daimler-Konzernzentrale
Kehraus bei Daimler Mehr als 10.000 Stellen sollen auf jeden Fall wegfallen Investitionen gekappt und Prioritäten neu sortiert werden

Anders als sonst durfte die Kritik in diesem Jahr nicht direkt und live im Saal vorgetragen werden.

An den Kernthemen Digitalisierung und Elektrifizierung sowie an dem Ziel, die gesamte Neuwagenflotte bis 2039 CO2-neutral zu machen, will Daimler nicht rütteln - das machten Källenius und Aufsichtsratschef Manfred Bischoff am Mittwoch noch einmal deutlich.

Die "Altlasten der Ära Zetsche drohen Daimler zu erdrücken". Källenius betonte, Daimler setze zwar Kurzarbeit ein, beziehe aber keine Staatshilfe.

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