Gedenken in Srebrenica - Trauer 25 Jahre nach dem Massaker

Gedenken

Das Massaker vor 25 Jahren gilt als das schlimmste Kriegverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Hinterbliebene der Opfer, bosnische Spitzenpolitiker und ausländische Diplomaten legten Blumen am Denkmal nieder. Am 11. Juli 1995 töteten serbische Truppen nach der Eroberung der Stadt in wenigen Tagen mehr als 8000 bosnische Männer und Jungen in Srebrenica. Die Gräueltat gilt als erster Völkermord auf europäischem Boden seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Dabei handelt es sich um ein Dorf außerhalb von Srebrenica, das während des Konflikts als Basis für die UN-Schutztruppe FORPRONU diente. Im Rahmen des 25. Jahrestages des Massakers von Srebrenica sprach Erdogan per Videolink bei der Gedenkfeier in der ehemaligen Akkumulatorenfabrik, die von den Truppen der Vereinten Nationen als Stützpunkt im Bosnienkrieg genutzt wurde. Die Frauen und Kinder ließ Mladic mit Bussen deportieren. Srebrenica habe sich als "das dunkelste Kapitel der Kriege auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien" ins kollektive Gedächtnis eingebrannt, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Videobotschaft für die zentrale Gedenkzeremonie. Die strafrechtliche Aufarbeitung der Geschehnisse sei dafür unumgänglich. Vertrauen zu schaffen, wo hasserfüllte Kriegsrhetorik gegeneinander aufgewiegelt hat. Es gelte nun, das Gespräch zu suchen, "wo lange kein Wort mehr gesagt wurde".

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, mahnte, stets wachsamer zu sein und entschiedener gegen jede Form des blinden Nationalismus, Extremismus und Rassismus in ganz Europa vorzugehen. "Nur das wird die Anstifter des Krieges besiegen und das Erbe schützen, das Sie uns als den Frieden von Dayton hinterlassen haben". Der bosnisch-serbische Militärchef Ratko Mladic, der von vielen Serben immer noch als Held verehrt wird, wurde 2017 von einem UN-Gericht wegen Kriegsverbrechen einschließlich des Massakers von Srebrenica zu lebenslanger Haft verurteilt. Nötig sei eine Erinnerungskultur über den "serbischen Vernichtungsfeldzug gegen das muslimische Volk der Bosniaken".

Gedenken an Massaker von Srebrenica vor 25 Jahren - news

Das, so der Geistliche, stelle ein Hindernis für die Versöhnung dar, die auf Wahrheit und Gerechtigkeit beruhen müsse. Vor 25 Jahren wurden in dem Ort in Ostbosnien etwa 8000 muslimische Männer und Jungen von serbischen Verbänden ermordet.

Dodik ließ diesen Bericht als Präsident der Republika Srpska für ungültig erklären.

Der bosnisch-serbische Bürgermeister des bis heute von Armut geprägten Srebrenica, Mladen Grujicic, behauptete am Freitag, es gebe "täglich neue Beweise, die die derzeitige Darstellung von allem, was passiert ist, widerlegen". Als einziger Repräsentant dieses Gremiums blieb er am Samstag der Feier in Srebrenica fern.

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