Daimler streicht womöglich noch deutlich mehr Stellen als bekannt

Droht Daimler eine Kündigungswelle

Trotz einer Beschäftigungssicherung bis Ende 2029 schließt Personalvorstand Porth betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus.

In der Corona-Krise schaukelt sich der Streit bei Daimler über Einsparungen am Personal hoch.

Daimler erklärte dazu am Montag, die im Herbst 2017 geschlossene Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung bis 2030 schließe betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. "Um unser gemeinsames Ziel der Vermeidung von betriebsbedingten Kündigungen weiterhin verfolgen zu können, brauchen wir deutlich mehr Entgegenkommen des Betriebsrats", sagte Porth. Bislang liegen rund 700 unterschriebene Verträge über Frühpensionierung, Altersteilzeit und freiwillige Ausscheidungen vor. Intensive Trennungsgespräche laufen allerdings erst seit Anfang Juli. Denn darin sei geregelt, dass sich die Parteien erneut zusammensetzen müssten, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern. "Aber die Bereitschaft der Arbeitnehmervertretung, signifikante Sparbeiträge zuzugestehen, ist derzeit leider nicht besonders ausgeprägt", monierte Porth. "Das sind alles historische Leistungen, die zum Zeitpunkt ihrer Aushandlung richtig gewesen sein mögen". Das Management wolle "erheblich" mehr als die Ende 2019 angekündigten 1,4 Milliarden Euro Personalkosten einsparen, wenn auch nicht doppelt so viel, sagte er der "Stuttgarter Zeitung".

Bislang konzentrieren sich die Personalsparmaßnahmen von Daimler in erster Linie auf Verwaltungsbereiche des Konzerns. Porth kündigte nun jedoch eine mögliche Ausweitung auch auf einzelne Produktionsbereiche an. Betroffen seien etwa die Werke Untertürkheim, Berlin und Standorte einiger Tochtergesellschaften.

Michael Brecht, der Vorsitzende des Daimler-Gesamtbetriebsrats wehrt sich gegen die Kritik des Arbeitgebers. Die Konzernleitung solle "lieber die Ärmel hochkrempeln und aus Daimler einen nachhaltigen Mobilitätskonzern machen, der dauerhaft Arbeitsplätze sichert".

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