Todesurteil gegen den Bostoner Bombenattentäter Zarnajew aufgehoben

Eine Zeichnung vom Angeklagten im Boston-Marathon-Prozess

Ein Bundesberufungsgericht in den Vereinigten Staaten hat das Todesurteil gegen den Attentäter vom Bostoner Marathonlauf, Dschochar Zarnajew, aufgehoben. Das Gericht in der Ostküstenmetropole Boston schickte am Freitag den Fall an ein untergeordnetes Gericht zurück, um in einer weiteren Urteilsanhörung über ein neues Strafmaß zu entscheiden. Die drei zuständigen Richter des Berufungsgerichts teilten mit, Zarnajew werde seine verbleibenden Tage im Gefängnis verbringen.

Der heute 27-jährige Zarnajew war im Mai 2015 verurteilt worden. Die einzige Frage sei, ob er hingerichtet werde oder nicht.

Zarnajew hatte im April 2013 gemeinsam mit seinem älteren Bruder Tamerlan im Zieleinlauf des Marathons in Boston (US-Staat Massachusetts) zwei mit Schnellkochtöpfen gebastelte Sprengsätze gezündet. Drei Menschen wurden getötet und mehr als 260 teils schwer verletzt.

Das könnte Sie auch interessieren: "Scheiß Ausländer!" Vor dem Prozess seien in der medialen Berichterstatttung bereits "erschütternde" Fotos und Videos von Zarnajew und seinem Bruder veröffentlicht worden, die sie vor dem Anschlag zeigten. Während der mehrtägigen Flucht kamen zudem ein Polizist und Tamerlan ums Leben. Grund: Er wurde nach Bundesrecht vor Gericht gestellt. Das Berufungsgericht hob das Todesurteil des Bezirksgerichts nun mit der Begründung auf, im Prozess sei nicht sichergestellt worden, dass die Geschworenen unvoreingenommen gegenüber Tsarnaev seien.

Im Prozess hatten die Anklagevertreter Zarnajew als vom radikalen Islam inspirierten gefühllosen Mörder charakterisiert, der wegen der Kriege im Irak und in Afghanistan Rache an den USA nehmen wolle.

Erst nach dem Todesurteil hatte er überraschend Reue gezeigt.

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