Facebook: Das Geschäft wächst langsamer

Hat gut lachen Amazon Chef Jeff Bezos. Sein Konzern ist ganz klar einer der Gewinner der Krise

Der Facebook-Boykott durch Werbekunden aus Protest gegen Hassrede zeigt Wirkung. Die überwiegende Mehrheit der Nutzung von Facebook besteht darin, dass Menschen ihre täglichen Erfahrungen mit Freunden teilen, lustige Inhalte ansehen oder Dinge kaufen und verkaufen, argumentierte er.

Chef Mark Zuckerberg beklagte sich bitterlich über die Wahrnehmung der Plattform: Kritiker würden fälschlicherweise annehmen, beim Großteil der geposteten Inhalte handle es sich um Politik, Nachrichten, Falschinformationen und Hass. In der Corona-Krise fuhren viele von ihnen die Werbeausgaben zeitweise zurück, weil ihre Geschäfte geschlossen blieben - andere wichen aber auch ins Internet aus, um ihre Kunden zu erreichen. Der Social-Media-Riese meldet einen Umsatz von 18,69 Milliarden Dollar, ein Plus von 11 Prozent gegenüber Vorjahr.

In den ersten Juli-Wochen gab es ein ähnliches Wachstum, wie das weltgrösste Online-Netzwerk nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Deutlich zulegen kann Facebook auch beim Nettogewinn, und zwar um 98 Prozent auf 5,18 Milliarden Dollar.

Im Juli folgten mehr als 1.000 Werbekunden - darunter Schwergewichte wie Coca-Cola und der Konsumgüterriese Unilever - Boykottaufrufen von Bürgerrechtsorganisationen und stellten die Werbung auf Facebook vorübergehend ein.

Gleichzeitig wächst die Anzahl der Facebook-Nutzer weiterhin rasant. Im letzten Quartal kamen weitere 100 Millionen aktive Benutzer pro Monat hinzu - jetzt sind es insgesamt 2,6 Milliarden.

Mindestens ein Facebook-Produkt - zum Konzern gehören unter anderem auch die Fotoplattform Instagram und der Chatdienst WhatsApp - suchten monatlich 3,14 Milliarden Nutzer auf. Das war ein Plus von 150 Millionen binnen drei Monaten. Allerdings warnte Facebook, dass sich das Wachstum der Nutzerzahlen vermutlich abschwächen werde, wenn die Ausgehbeschränkungen in verschiedenen Weltregionen gelockert werden. Damals wurde die Bilanz allerdings durch eine Zahlung der Verbraucherschutzzentral FTC in Höhe von rund zwei Milliarden US-Dollar negativ belastet.

Die Facebook-Aktie stieg im nachbörslichen Handel um etwas mehr als 6 Prozent, da die Zahlen die Erwartungen der Analysten übertrafen. Das Papier lag am Freitagmorgen bei einem Wert von 210,35 Euro und hat damit den bisherigen Tiefststand von Mitte März längst überwunden. Gleichwohl würden die geplanten Regeln zum Tracking der Webnutzung für Werbezwecke viel stärker kleinere Unternehmen treffen als Facebook selbst. "Das würde die Fähigkeiten kleiner Unternehmen so stark einschränken, dass dies wahrscheinlich auf wirtschaftlicher Ebene zu spüren ist", sagte er.

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