Auch BMW muss Verlust verbuchen

Das Logo von BMW auf einer weißen Kühlerhaube

Zum ersten Mal seit elf Jahren schreibt BMW wieder rote Zahlen.

Der Markt für Oberklassefahrzeuge dürfte nach Einschätzung von BMW im laufenden Jahr um ein Fünftel einbrechen.

Für das Gesamtjahr erwartet BMW derzeit einen Autoabsatz und einen Vorsteuergewinn deutlich unter Vorjahresniveau. Vor einem Jahr hatte BMW noch einen Gewinn von 1,48 Milliarden Euro gemacht. Auch die Mehrwertsteuersenkung in Deutschland wirke. Zipse verwies allerdings auch auf eine relativ niedrige Vergleichsbasis infolge eines Modellwechsels in China im Vorjahresmonat.

"Bei der Elektrifizierung kommen wir bestens voran", sagte Zipse.

Der Umsatz ging um 22 Prozent auf knapp 20 Milliarden Euro zurück, weil das Unternehmen deutlich weniger Autos absetzte. Operativ wies der Konzerneinen Verlust von 666 Millionen Euro aus nach einem Vorjahresgewinn von 2,2 Milliarden Euro. Die Stuttgarter liegen damit im Vergleich der Einzelmarken nur noch knapp vor der Marke BMW mit gut 842 000 Verkäufen im ersten Halbjahr.

Vor allem in den USA und Europa hatte der Konzern wegen der Corona-Pandemie zuletzt deutliche Absatzrückgänge zu verkraften.

Für das zweite Halbjahr erwartet BMW aber eine leichte Besserung.

Trotzdem bleibe nach dem ersten Halbjahr noch ein Gewinn von 498 Millionen Euro vor Steuern, betonte Zipse und zeigte sich für das zweite Halbjahr "durchaus zuversichtlich". Auch die meisten Autohäuser mussten schließen. Wie unterschiedlich sich das Premiumtrio in der Corona-Krise schlägt, spiegeln auch die Zahlen für den geplanten Stellenabbau wider. Beim Premiumkonkurrent Audi stehen nach sechs Monaten rund 750 Millionen Euro operativer Verlust zu Buche, bei Daimlers Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars sind es 615 Millionen Euro Miese. Bei Daimler belief sich das Minus auf 1,7 Milliarden Euro. Zudem sollen die Investitionen in Sachanlagen um rund ein Drittel auf unter vier Milliarden Euro zurückgefahren werden. Mindestens eine schwarze Null will BMW auch bis Jahresende schaffen, was machbar scheint.

Erstmeldung 4. August, 16.36 Uhr: Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben auch den Münchner Autobauer BMW hart getroffen. Das bedeutet in der Terminologie des Konzerns einen Rückgang um mehr als zehn Prozent.

Aktuelle Meldungen, wissenswerte Hintergründe und nützliche Tipps - in unserem Dossier bündeln wir alle Artikel zu Corona. Statt neuer Extraschichten und Beschäftigungsrekorden, produziert BMW im Einschicht-Betrieb und will insgesamt 6000 Stellen streichen. Im ersten Halbjahr sackten die Verkäufe der Konzernmarken BMW, MINI* und Rolls-Royce* weltweit um 23 Prozent auf 963.000 ab. Die Autosparte fuhr einen operativen Milliardenverlust ein, der durch Verrechnungen innerhalb des Konzerns gemildert wurde.

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