Boris Palmer über Lauterbachs Ansatz - "Das heißt ziemlich viel Shutdown"

Das Erste

Neu war jedoch, dass der sprudelnde SPD-Gesundheitsexperte diesmal einen interessanten Gegner im umstrittenen Bürgermeister von Tübingen, Boris Palmer (Grüne), bekam.

Das setzte sich fort weiter mit dem FAZ-Wirtschaftsjournalisten Rainer Hank, der den Stuttgarter Eckensee - Ursprungsort der Krawallnacht - von früher kannte und einst als "langweiligsten Ort" der Republik empfunden hat, der für die Plünderungen rund um den "heutigen Picknick-Ort" dann aber auch keine Erklärung hatte, aber zu Recht die Aufregung über die Corona-Demonstration von Berlin dämpfte, man möge bitte "die Kirche im Dorf lassen". Die Nichtbeachtung aller dort gezeigten Hygienemaßnahmen kritisierte alle drei gleichermaßen.

Der Gewinner des Abends saß gar nicht im Studio. Die Drei-Mann-Runde verspielte überraschend einstimmig und mit voller Überzeugung den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder als Politiker der Stunde. Vor allem seine Rolle als abgeklärter Krisenmanager überzeugte die Runde. Lauterbach wies daraufhin, dass man am Anfang einer zweiten Welle der Corona-Infektionen stehe, das sei schon in Ländern wie Israel, Singapur und Japan erkennbar und werde auch Deutschland treffen, alle Kriterien dafür seien erfüllt: "Ich verlange mehr Klarheit aus Berlin, wie wir damit jetzt umgehen", sagte Lauterbach.

Und der Aufschlag endete mit der treffenden Frage der Journalistin Düzen Tekkal - die Söder im übrigen auch als "integrativ" lobte - warum denn eigentlich bei der Demonstration der vielen Corona-Leugner in Berlin keiner nach dem Migrationshintergrund gefragt habe und wie man diese 22:000 Personen - offenbar fast ausschließlich Deutsche - denn eigentlich in der Gesellschaft integrieren wolle. Und selbst Wallraff, der nicht unbedingt als Freund der Union bekannt ist, schloss sich mit scheinbar schwerem Herzen den Lobeshymnen an: "Leider muss ich zustimmen". Er ist jemand, der die richtigen Einschätzungen vornimmt und Vertrauen in eine Krise schafft. "Es tut mir leid, wenn ich das gegen meine Überzeugungen sagen muss". "Natürlich stehen wir am Anfang der zweiten Welle", sagte Lauterbach zuversichtlich voraus und maß wie immer vernünftig. "In ein paar Wochen können wir wieder da sein, wo wir im März waren". Der pessimistische Unterton ist mittlerweile zu einer Art Markenzeichen von Lauterbach geworden. Und genau der schmeckt Palmer überhaupt nicht.

Angesprochen auf den zurückliegenden Disput mit Lauterbach, bestätigte Palmer seine kontroverse Sichtweise: "Mir ist das jetzt auch wieder zu apodiktisch und zu apokalyptisch". Er beschuldigte Lauterbach, mit seinem Auftreten Menschen demoralisiert zu haben. "Es ist mir immer geblieben, dass die Lauterbach-Methode für die nächsten zwei Jahre gelebt werden muss - und das bedeutet viel Ausfallzeit".

Palmer forderte Lauterbach auf zuzugeben, dass er sich mit einigen Prognosen geirrt habe. Es habe keine "Methode Lauterbach" gegeben. Er habe gemeinsam mit vielen anderen Wissenschaftlern nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Letztendlich waren sich beide einig, dass man jetzt nicht fahrlässig sein sollte. Die Gefahr ist weit weg. Später "rächte" sich Lauterbach an Palmer dann zumindest verbal erneut, als der auf das weltweite Leid der Kinder - dokumentiert durch das Kinderhilfswerk Unicef - hinwies, die der globale Lockdown bringe und der eine "Diskussion der Verhältnismäßigkeit" anmahnte.

Gegen Ende des Programms diskutierte Maischberger mit dem Politikwissenschaftler Christian Hacke über Donald Trump und die hitzige Stimmung in den USA in den Monaten vor den Präsidentschaftswahlen. Aber die Umstände in den USA sind sehr speziell. "Das ist eine verlockende Sache für ihn".

Darauf, dass Trump eine Wahlniederlage akzeptiert, würde Hacke nicht bauen. "Er kann seine Macht nicht so schnell aufgeben, wie wir denken". Selbst die Ängste der US-Bevölkerung vor einem drohenden Bürgerkrieg hielt Hacke nicht für sehr weit hergeholt. "Trump hat interne Kämpfe geschaffen wie kein anderer".

Related:

Comments

Latest news

Trump droht Nevada mit Klage 2 4
Einige US-Bundesstaaten betrachten die Briefwahl als Gelegenheit, trotz der Coronavirus-Pandemie sicher für die Wähler zu stimmen. Montagabend ist er erneut besorgt über möglichen Betrug unter den Präsidentschaftswahlen im November aufgeregt.

Mehr als 100 Tote nach Explosionskatastrophe in Beirut
Vor fast 100 Jahren, 1921, explodierten im Oppauer Ammoniakwerk der BASF in Ludwigshafen 400 Tonnen Ammoniumsulfatnitrat-Dünger. Die Bundesregierung teilt nicht die Einschätzung Trumps, wonach die Explosionen in Beirut auf eine Bombe zurückzuführen seien.

Tipps für Online Casino Spieler
Online-Casinos haben ihre eigenen Besonderheiten, und dies sollte natürlich beim Spielen berücksichtigt werden. Es wird allgemein angenommen, dass der Erfolg eines Casino-Spiels von Ihrem aktuellen emotionalen Zustand abhängt.

Biggest slot jackpot wins in 2019
This kind of win is actually a regular feature on this fantastic game - you will see when you check out the leader board scores. That is exactly what one spin on the mega jackpot of the aptly named Mega Moolah got for one player - 13 million to be exact.

Glücksspielverhalten und Gewinn der Casinos
Besonders positiv: Jugendliche spielen auch immer weniger – 2015 „zockten“ 14,6 Prozent, 2013 noch 15,8 Prozent. Circa 0,8 Prozent der Befragten haben ein echtes Problem mit ihrem Spielverhalten und sollten sich professionelle Hilfe suchen.

Other news