Forscher distanzieren sich von Dieter Nuhr

Polarisiert gerne Comedian Dieter Nuhr. Mehr

Für eine neue Kampagne sollte Dieter Nuhr mit einem Statement die Wissenschaft stützen.

Weiter betonte die DFG in ihrer Erklärung, es habe sich in der Gesellschaft eine Debattenkultur entwickelt, in der "oft nicht das sachliche und stärkere Argument" zähle, sondern "immer häufiger vorschnell geurteilt und verurteilt" werde.

Sehr umstrittene frühere Posts des Kabarettisten zum Coronavirusoder Aussagen zu Klimaaktivistin Greta Thunberg wurden als Indiz für Nuhrs "Nichtqualifikation als Werbeträger der Deutschen Forschungsgemeinschaft" herangezogen, wie es ein Twitter-User formuliert.

Dieter Nuhr hat mit einem Tweet erneut für negative Schlagzeilen gesorgt. "Egal, was ich sage, sobald es im Netz öffentlich wird, gibt es organisierten Hass", vermutet der Kabarettist. Dass Kritik aufkommt, wenn ich mich äußere, erstaunt mich nicht weiter. "Es ist offensichtlich, dass dies ideologisch begründet ist", schrieb Dieter Nuhr auf Facebook.

Man habe Nuhrs Statement, so die DFG, am 21. Juli aufgenommen und sich bei ihm bedankt.

Die DFG erhielt nach eigenen Angaben auch Kritik "von zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft". "Das ist nicht nur erstaunlich, sondern ängstigt mich, da ich inzwischen eine McCarthyartige Stimmung im Land wahrnehme und im Zuge der Cancel Culture auch die Freiheit des Denkens und der Forschung im Allgemeinen in Gefahr sehe".

Die Kritik an der DFG und ihrem prominenten Unterstützer wurde so vehement geäußert, dass man sich entschloss, den Beitrag Nuhrs auf der Kampagnenseite kurzerhand wieder zu löschen.

Die DFG habe ihm mitgeteilt, sie müsse "der Kritik nachgeben", um "Schaden von der DFG abzuwenden", schilderte Nuhr. Daraufhin nahm die DFG den Beitrag von der Seite und aus dem Youtube-Kanal. "Ich fürchte, der größere Schaden ist, wenn die Deutsche Forschungsgesellschaft sich daran beteiligt, kritische und keineswegs extremistische oder verschwörungstheoretische Stimmen mundtot zu machen". Auf dem Twitterkanal sei er hingegen nicht gelöscht worden. Er habe noch nie wissenschaftsfeindlich argumentiert.

Gleichermaßen erklärte Nuhr, er halte eine blinde Gefolgschaft der Wissenschaft, etwa bei Themen wie dem Klimawandel, für bedenklich.

In seinem Statement sagte Nuhr unter anderem: "Wissen bedeutet nicht, dass man sich zu 100 Prozent sicher ist, sondern dass man über genügend Fakten verfügt, um eine begründete Meinung zu haben". Er twitterte: "Freude über die konstruktive Wende im Fall DFG-Nuhr!"

In diesem Jahr feiert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ihren 100. Geburtstag.

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