Commerzbank geht 2020 von Verlust aus - Corona-Krise und Umbau belasten

Eine Commerzbank Filiale nahe der Zent...Frankfurt

Grund dafür ist zum einem die erhöhte Prognose für die Risikovorsorge im laufenden Jahr und zum anderen der stärkere Druck auf die Erträge im Firmenkundengeschäft, teilte die Bank am Mittwoch in Frankfurt mit. Dieses Ziel wurde aber angesichts des Umfelds und der Aufwendungen für die Neuausrichtung vom Management als "sehr ambitioniert" eingestuft.

Kurz nach der Wahl eines neuen Aufsichtsratschefs legt die Commerzbank am Mittwoch (7.00 Uhr) Zahlen für das zweite Quartal vor.

Unter dem Strich wies die viertgrößte deutsche Bank im zweiten Quartal einen Gewinn von 220 Millionen Euro aus. Darin entfallen im zweiten Quartal 175 Millionen Euro auf einen Einzelfall, vermutlich auf Wirecard, sowie 77 Millionen Euro auf Rechtsrisiken aus Fremdwährungskrediten der polnischen M-Bank. Für die Risikovorsorge im Gesamtjahr prognostiziert die Commerzbank nun 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro nach 1,0 bis 1,4 Milliarden Euro bisher. Sie stieg auf 469 von 178 Millionen im Vorjahr. Die Commerzbank muss sich wegen der Corona-Krise auf höhere Kreditausfälle einstellen. Die Commerzbank gilt als einer der größten Gläubiger des seit Juni insolventen Zahlungsdienstleisters. Bei einer Risikovorsorge von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro erwartet sie unter Berücksichtigung möglicher Restrukturierungsaufwendungen nun einen Nettoverlust im Gesamtjahr. Mit 795 Millionen Euro hat die Bank im ersten Halbjahr schon mehr dafür zurückgelegt als im gesamten Jahr 2019 mit 620 Millionen Euro. Darüber hinaus hat die Bank mehr als 33.000 Kredite mit einem Volumen von mehr als 3,4 Milliarden Euro gestundet. Das operative Ergebnis ist allerdings durch das Risikoergebnis belastet worden.

Ursprünglich wollte die Commerzbank am Mittwoch auch eine neue Strategie inklusive eines verschärften Sparkurses vorstellen, um wieder profitabler zu werden. Doch daraus wurde nichts wegen der Führungskrise, die mit den Rücktrittsankündigungen von Zielke und Ex-Chefaufseher Stefan Schmittmann im Juli entstanden war. Der frühere Chef der Landesbank Baden-Württemberg, Hans-Jörg Vetter, wurde zum neuen Aufsichtsratschef gewählt und löst Schmittmann ab.

Wer auch immer die Bank künftig führen wird, diese Person wird harte Einschnitte verkünden müssen. Der nach dem Bund zweitgrößte Aktionär, der Finanzinvestor Cerberus, hatte die beiden mit öffentlich geäußerter Kritik an der Unternehmensausrichtung quasi vom Hof gejagt. Investoren und Aufsichtsräte pochen auf einen geordneten Prozess: Erst soll die Konzernspitze neu besetzt werden. Die spannendste Frage aber ist: Wer wird neuer Chef?

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