Disney-Film "Mulan" erscheint in USA direkt online

The Walkt Disney Company

Die Kronpandemie hat den US-Unterhaltungsgiganten Walt Disney tief in die roten Zahlen gebracht.

Besonders bitter: Vor einem Jahr hatte es bei Disney noch richtig geboomt, es gab einen Nettogewinn von 1,8 Milliarden Dollar. Die Gesamteinnahmen des Unternehmens brachen in den drei Monaten im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 11,78 Milliarden US-Dollar ein. Laut Branchenmagazin "Variety" spricht der Disney-Vorstandsvorsitzende Bob Capek davon, dass der Fall "Mulan" kein Indiz sei für eine neue Geschäftsstrategie, sondern ein einmaliger Versuch.

Der im November 2019 gestartete Videodienst hätte bereits 60,5 Millionen Abonnenten, so Chapek.

Die teure Realverfilmung, basierend auf dem Disney-Trickfilm "Mulan" von 1998, soll ab September dort zu sehen sein, zum Preis von knapp 30 Dollar (rund 25 Euro), wie der Konzern gestern bekanntgab. Die Hollywood-Premiere fand Anfang März noch statt, doch dann durchkreuzte der Kino-Shutdown die Pläne. Der Start wurde auf Juli und dann auf August verschoben. Disney hat kürzlich eine unbefristete Haltung angekündigt.

Das schnelle Wachstum von Disneys Streaming-Geschäft zahlt sich jedoch immer noch nicht aus - zumindest nicht in bar. Bislang lebt der Boom vor allem von Schnäppchenpreisen und kostenlosen Lockangeboten.

Zwar brauchte Netflix ungefähr acht Jahre, um die Abo-Zahlen zu erreichen, die Disney+ nun schon nach knapp neun Monaten aufweist. Konkurrenten finden es heutzutage jedoch auch viel einfacher, da Online-Fernsehen für viele Menschen zum Alltag geworden ist, was wiederum nicht nur auf den Trend Netflix zurückzuführen ist.

Krise scharf und tief in die Krümel eingedrungen. Insgesamt wurde der Split aufgrund der Pandemie mit Sonderbelastungen in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar belastet.

Inzwischen sind die meisten von Disneys Attraktionen zumindest teilweise wieder geöffnet, jedoch mit strengen Corona-Auflagen und ungewissem Ausblick wegen der neuen Virus-Eskalation in Teilen der USA und der restlichen Welt. So musste die geplante Wiedereröffnung von Disneyland in Kalifornien vertagt werden und der große Themenpark in Hongkong wurde wieder geschlossen.

Die Aufteilung des Films litt auch unter Produktionsstillständen und erzwungenen Unterbrechungen des Kinobetriebs. Hier ging der Umsatz um 55 Prozent zurück, aber der Betriebsgewinn blieb mit einem Rückgang von 16 Prozent auf 668 Millionen US-Dollar relativ stabil. Das wegen des problematischen Sportsenders ESPN, der seit langem unter Aboschwund leidet, eigentlich nicht gerade erfolgsverwöhnte Kabelgeschäft erwies sich in der Pandemie derweil als wichtige Stütze. Der Gewinn stieg bei fast stabilen Erträgen um 48 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. Zuletzt kündigte Disney Ende Juli einen Aufschub auf unbestimmte Zeit an. Die Aktie handelte am Mittwoch vor US-Börsenstart mit über sechs Prozent im Plus.

Disney berichtete am Dienstag über einen riesigen Verlust im dritten Quartal seines Finanzjahres aufgrund der Pandemie.

Die Ergebnisse waren "wie erwartet schrecklich", schrieb Analyst Manuel Mhl von der DZ Bank.

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