Polizist bei Zusammenstößen in Beirut getötet

Beirut Luftaufnahme

Aus Protest waren tausende Menschen am Samstag durch Beirut marschiert und hatten kurzzeitig mehrere Regierungsgebäude gestürmt.

Viele Menschen im Libanon machen die Regierung für die Explosion mit mehr als 150 Toten und rund 5000 Verletzten verantwortlich. Er werde seinem Kabinett daher am Montag Neuwahlen vorschlagen.

Drei Tage nach der verheerenden Explosion sind im Libanon derweil Verantwortliche des Hafens der libanesischen Hauptstadt festgenommen worden.

Das völlig zerstörte Areal.

Am Samstag waren Demonstranten zunächst zu einer Trauer- und Protestkundgebung auf dem Märtyrer-Platz im Zentrum Beiruts zusammengekommen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Menschen auf der Straße forderten ebenfalls seinen Rücktritt, beleidigten ihn und bespritzten ihn mit Wasser - ungeachtet der Militärs, die ihn begleiteten.

Soldaten der libanesischen Marine fährt an einem Wrack eines Schiffes im Hafen vorbei, an dem sich am 4. August eine schwere Explosion ereignete. Bei den Protesten in Beirut war es am Wochenende auch zu Gewalt gekommen.

Rauch steigt von der Stelle auf, an der sich eine Explosion ereignete. Bei der Explosion am Dienstag waren nach einem Feuer 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat in einem Hafenspeicher explodiert. Dabei kam es zu Ausschreitungen und Gerangel zwischen Demonstrierenden und der Bereitschaftspolizei.

Benötigt werden Macron zufolge medizinische Hilfe, Nahrungsmittel und Geld für den Wiederaufbau von Schulen und Krankenhäusern.

Das geht aus einem Dokument der UN hervor, das der Élyséepalast nach einer internationalen Geberkonferenz übermittelte. An der Videokonferenz werden unter anderem US-Präsident Donald Trump, EU-Ratspräsident Charles Michel und der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Janez Lenarcic, teilnehmen. Der Libanon könne sich auf die Solidarität der EU verlassen, twitterte Michel.

Macron hatte am Donnerstag bei einem Besuch in der libanesischen Hauptstadt internationale Hilfe in Aussicht gestellt, gleichzeitig aber auch Reformen in dem Mittelmeerstaat gefordert.

Bewegen Sie den Slider um ein Satellitenfoto vor und nach der Explosion zu sehen. Deutlich erkennbar sind die weitreichende Zerstörung und das Verschwinden von ganzen Gebäuden und Schiffen im Hafen von Beirut. "Menschen in Beirut brauchen unsere Hilfe, und sie brauchen Anlass zur Hoffnung2, sagte Maas der "Bild am Sonntag". Und weiter: "Ich freue mich sehr, dass ich heute von Seiten der Bundesregierung weitere zehn Millionen Euro für Soforthilfemaßnahmen zusagen kann".

Viele Libanesen sehen die Regierung in der direkten Verantwortung für die Katastrophe - eine Elite, die das Volk ihrer Ansicht nach jahrelang mit korrupten Mitteln und wegen einer engen Verflechtung von Politik und Banken ausgeplündert und ihr nun den letzten Stoss verpasst hat. Die Polizei setzte Tränengas ein - wütende Libanesen warfen Steine und versuchten Absperrungen zu durchbrechen. Augenzeugen berichten auch, sie hätten Schüsse gehört. Andere drangen in das Außen-, das Wirtschaft- und das Energieministerium ein, wie lokale Medien meldeten. Dabei sei er von "randalierenden Mördern" angegriffen worden.

Präsident Michael Aoun, Regierungschef Hassan Diab und die gesamte politische Führungsspitze seien für die Katastrophe verantwortlich. Einen möglichen Termin dafür nannte er nicht.

Es scheint aber unwahrscheinlich, dass Diabs Ankündigung die Wut der Menschen besänftigen kann. Viele Libanesen klagen, Wahlen hätten bisher an den realen Machtverhältnissen im Land wenig verändert. Bereits im vergangenen Herbst waren Massenproteste ausgebrochen, die grundlegende politische Reformen verlangten. Kritiker werfen der Führung in Beirut vor, das Land durch Vetternwirtschaft und Korruption in die Krise geführt zu haben.

Die Wut ist auch deswegen so groß, weil offenbar das hochexplosive Ammoniumnitrat über Jahre ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen lagerte. Nach den verheerenden Explosionen wirkten Behörden und Regierung komplett überfordert, die Aufräumarbeiten und Hilfen für Opfer übernahmen die Beiruter meist in Eigeninitiative.

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