Covid-19 - Schuljahr beginnt in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Berlin

Schulkind vor einem Laptop

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Prien hat zum Start des neuen Schuljahres an die Verantwortung aller Beteiligten wegen der Corona-Pandemie appelliert.

Berlin - Für rund eine Million weitere Schüler in Deutschland hat nach monatelanger Corona-Pause mit Schichtunterricht der Schulalltag wieder begonnen.

In Brandenburg gilt in Fluren, Treppenhäusern und Mensen eine Maskenpflicht für Schüler und Lehrer, aber nicht in Klassenräumen und auf Schulhöfen.

Begleitet wurde der Schuljahresbeginn von der anhaltenden Diskussion über das Für und Wider von Masken im Unterricht und darüber, ob der Plan mit der Rückkehr in einen halbwegs normalen Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen aufgehen kann. Stattdessen beschloss der Senat eine Maskenpflicht.

In Schleswig-Holstein sollen möglichst viele der rund 363 000 Schüler wieder so viel Präsenzunterricht wie möglich bekommen. Eine Pflicht hatte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) vor einigen Tagen als derzeit unverhältnismäßig und nicht verfassungskonform abgelehnt.

In der Hauptstadt mussten Schüler und Lehrer dagegen mit Mund-Nasen-Schutz antreten. Sie kommt auf Fluren, in Aufenthalts- und Begegnungsräumen zum Tragen, nicht jedoch im Unterricht oder auf dem Schulhof. In Brandenburg war zum Schulstart erst einmal noch freiwilliges Maske-Tragen angesagt, weil die Regierung in Potsdam erst an diesem Dienstag eine Maskenpflicht in Schulen außerhalb von Unterrichtsräumen beschließen will.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hält eine Maskenpflicht in Klassenzimmern für unabdingbar, wenn der Unterricht in üblicher Weise vonstattengehen soll. Niemand sei Fan davon, "aber das ist wohl das Opfer, das wir zumindest vorübergehend bringen müssen". Zwar dürften die meisten Lehrerinnen und Lehrer das Werkzeug Videokonferenzen beherrschen, "weil sie sich selber fortgebildet und ausprobiert haben", sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, der "Wirtschaftswoche". Das sei dann im Notfall der letzte Notnagel.

Nordrhein-Westfalen löste mit seinem Vorstoß, ältere Schüler vorerst (bis 31. August) auch im Unterricht Masken tragen zu lassen, eine Debatte aus. Ministerpräsident Armin Laschet verteidigte das Vorgehen am Montag. "Es gibt bestimmte Regeln für Kinder, die erkrankt sind oder die besondere Dinge zu berücksichtigen haben".

"Der Vorsitzende des Bundeselternrates, Stephan Wassmuth, sagte der "Welt" (Samstag), es sei ärgerlich, dass die Kultusminister die Sommerferien nicht dafür genutzt haben, einen verlässlichen Unterricht auch in Corona-Zeiten vernünftig vorzubereiten". Dies sei in jedem Bundesland umzusetzen, wobei neben den Rechten der Schüler auch die der Lehrer und Lehrerinnen zu bedenken seien.

Nach dem "Fehlstart" der beiden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern richten sich jetzt die Blicke auch auf andere Bundesländer, wo die Schule in der kommenden Woche wieder beginnt. Der Bund kann hier keine zentralen Vorgaben machen.

Zurück auf normal: Im Herbst sollen die Schulen zum Regelbetrieb zurückkehren. Auch in Schleswig-Holstein wurde nun eine Grundschule wegen einer infizierten Lehrerin bereits vor dem Schulstart zunächst für diese Woche geschlossen. Er bezeichnete es als "aberwitzig", dass in Supermärkten, Zügen, Bussen, Gaststätten und bei Veranstaltungen Masken und Abstandsregelungen vorgeschrieben seien und an Schulen auf beides verzichtet werde.

Der Mindestabstand von 1,5 Metern gilt an den Schulen nicht mehr.

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