Premier will Neuwahlen, Gewalt bei Protesten im Libanon

Ort der Detonation

Prinz Charles hat seine Entrüstung über die tödliche Explosion am 4. August in Beirut, Libanon, mitgeteilt.

Gegen die Teilnehmer wird laut Berichten mit Tränengas und Gummigeschossen vorgegangen. "Sie können uns mit Kugeln hier rausholen, aber wir werden nicht freiwillig gehen". Die Proteste hatten das öffentliche Leben in der Hauptstadt teilweise lahmgelegt.

Aktenschränke wurden verwüstet, die Porträts von Staatspräsident Michel Aoun und anderer nationaler Würdenträger in Brand gesetzt. 21 mutmaßliche Verantwortliche wurden festgenommen.

Nach der Explosionskatastrophe in Beirut wird auch die Wut der Libanesen auf ihre politische Führung zunehmend explosiver. Die Detonation hat Anwohnern vor Ort zufolge das Stromnetz beschädigt, private Generatoren können sich viele Beiruter jedoch nicht leisten. Außerdem stellte er vorgezogene Parlamentswahlen in Aussicht.

Als Reaktion auf die verheerende Explosion im Hafen von Beirut hat der libanesische Regierungschef Hassan Diab vorgezogene Neuwahlen vorschlagen. Tatsächlich bringen Neuwahlen auch kaum Veränderung, weil das Wahlrecht unabhängigen Kandidaten jenseits der verkrusteten Parteienstruktur praktisch kaum Zugang zum politischen Prozess ermöglicht.

"Das Ausmaß des Desasters ist größer, als es sich irgendjemand vorstellen kann", erklärte Diab. "So unangemessen es auch sein mag, wir wollen Ihnen, lieber Herr Präsident, nur versichern, dass Sie und Ihr Volk in dieser verzweifelt traurigen Zeit in unseren Gedanken und Gebeten eingeschlossen sind", heißt es weiter in dem Brief. Wann genau es Neuwahlen geben könnte, ist unklar.

Das Armeekommando hat mittlerweile frühere Meldungen zurückgewiesen, wonach beim Einsatz der Streitkräfte gegen die Demonstranten das Feuer eröffnet wurde. Für die libanesische Bevölkerung verkörpert Kheireddine Korruption und Vetternwirtschaft. Demonstranten brachen zudem in die Ministerien für Verkehr und Wohnungsbau ein. Er postete auch Bilder von Polizisten in Schusspose und mit Schusswaffen in der Hand. Die Sicherheitskräfte setzten massiv Tränengas ein.

Dem lokalen Nachrichtenportal Al Jadeed News zufolge soll die Beiruter Feuerwehr den Befehl der Sicherheitskräfte verweigert haben, Wasserwerfer zu den Protesten zu schicken. Sie sollten offenbar gegen die Demonstranten eingesetzt werden.

Sprechchöre waren zu hören, unter anderem "Revolution, Revolution". Das französische Außenministerium teilte mit, dass insgesamt 18 Tonnen Medikamente und fast 700 Tonnen Lebensmittel per Flugzeug und Schiff nach Beirut gebracht werden sollen. "Verschwindet, ihr seid alle Mörder", stand auf Bannern. Und: "Wir wollen eine Zukunft in Würde, wir wollen, dass das Blut der Explosionsopfer nicht umsonst vergossen wurde", sagte Rose Sirour, eine der Demonstrantinnen. Zuvor hatten hunderte von ehemaligen Militärs angeführte Demonstranten bereits das Außenministerium besetzt und zum "Hauptquartier der Revolution" ausgerufen.

Präsident Michael Aoun, Regierungschef Hassan Diab und die gesamte politische Führungsspitze seien für die Katastrophe verantwortlich. Nach Regierungsangaben waren 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat explodiert, die jahrelang ungesichert in einer Halle im Hafen lagerten.

Bereits im Oktober hatten Massenproteste gegen die Regierung begonnen.

Die Lage in Beirut spitzt sich zu: Nachdem am Wochenende tausende Menschen zunächst friedlich gegen die Regierung demonstriert hatten, der sie die Schuld für die Explosionen geben, ist es schließlich zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen den Demonstranten und den Sicherheitskräften gekommen. Berichten zufolge waren Warnungen vor der Gefahr in den Wind geschlagen worden. Sie werfen der politischen Elite Korruption vor und beschuldigen sie, das Land rücksichtslos auszuplündern. Am Freitagabend ordnete ein Richter die Festnahme von drei leitenden Hafen-Mitarbeitern an, darunter den Direktor und den Chef des Zolls.

Viele Menschen im Libanon machen die Regierung für die Explosion mit mehr als 150 Toten und rund 5000 Verletzten verantwortlich.

Related:

Comments

Latest news

Corona-Neuinfektionen in Deutschland sind etwas gesunken
Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.183. Erst am Donnerstag waren erstmals seit Anfang Mai wieder mehr als 1000 Neuinfektionen gemeldet worden.

FC Schalke 04: Sieg im Testspiel gegen VfL Osnabrück
Mit einem SmartTV können Sie den Stream auch auf Ihrem Fernseher verfolgen, sofern das für Sie bequemer und angenehmer ist. Das Vormittagstraining begann im Trainingslager des FC Schalke 04 strong *S04 in übermäßiger Sommerhitze schuften müssen.

Belarus: Gewalt und Fälschungsvorwürfe bei Präsidentenwahl
Die Leiterin der Wahlkommission, Lidia Ermotschina, warf den "Protestwählern" vor, die Wahlkabinen absichtlich lange zu besetzen. Nach Angaben ihres Wahlkampfteams wurde sie von Polizisten in Gewahrsam genommen und nach kurzer Zeit wieder freigelassen.

Slot Game Symbols To Wish For
It is widely credited with setting the trend of using playing card symbols on the reels, as well as things like bells. In the online slot world this happens more often than not due to the number of pay lines that are genuinely present.

Why online slots is a rapidly growing industry
If you are yet to realise by this point somehow, online slots game are becoming all the rage as far as online gambling goes. Some actually have a huge betting scope, meaning they are perfect options for gamblers of all levels and of all budgets.

Other news