Leben wir "in einer Corona-Diktatur"?

Ein Auftritt des Kabarettisten Florian Schroeder auf der "Querdenken"-Demo in Stuttgart hat im Internet viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen".

Bezugnehmend auf eine Corona-Demo letzten Samstag in Berlin sagte Schroeder: "Ich habe mir gesagt, wenn letzte Woche in Berlin 1,3 Millionen waren, dann sind hier heute in Stuttgart 130.000!"

Schroeder (40) war nach eigenen Angaben auf die Bühne der Auflagen-Kritiker gekommen, um "die Grenzen ihrer Meinungsfreiheit" auszutesten.

Seine Performance begann er so: "Mein Name ist Schroeder, ich komme aus dem Mainstream". Die Begeisterung des Publikums war allerdings schnell umgeschlagen, als sich Schroeder zunehmend deutlicher für das Tragen von Masken und das Einhalten von Abstand stark machte. Schroeder fragt, ob wir "in einer Corona-Diktatur" leben. Nach einem vielstimmigen "Ja" aus der Menge argumentiert der Kabarettist dagegen: "Wenn wir irgendeine Form von Diktatur hätten, dann dürftet Ihr euch hier gar nicht versammeln, dann dürftet Ihr hier gar nicht stehen". Mit Applaus begrüßt, erntet der 40-Jährige für seine Äußerungen zur Corona-Pandemie und damit verbundenen Regeln hörbar Widerspruch.

Auch auf die Frage: "Wollt Ihr die totale Meinungsfreiheit?" ist von den Zuhörern ein lautes "Ja" zu hören.

"Wenn Ihr für Meinungsfreiheit seid, müsst Ihr meine Meinung aushalten."

Und Schroeder fügte hinzu: "Wenn ihr Demokraten seid, haltet ihre meine Meinung aus - ohne zu buhen, liebe Freundinnen und Freunde." 2:0!

Die Teilnehmer der Kundgebung in Stuttgart forderten am Samstag ein Ende der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen, mit denen die Gefahr einer Übertragung des Coronavirus reduziert werden soll. Die Veranstalter der von einer Gruppe namens "Querdenken 711" organisierten Demo in Stuttgart sprachen von 5000 Teilnehmern, die Polizei will nur 500 gezählt haben. Für den Sonntag war eine ähnliche Veranstaltung mit 1500 angemeldeten Menschen in Dortmund geplant.

Die Linken-Chefin Katja Kipping warnte unterdessen vor einer härteren Gangart bei der Ahndung von Verstößen gegen die Corona-Vorschriften. Im Übrigen sehne sich "diese krude Coronaverharmloser-Szene doch richtig danach, in so einen Corona-Rebellen-Status zu kommen und für das Nichtzahlen von Bußgeldern ins Gefängnis zu gehen", sagte Kipping.

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