Libanons Regierung tritt nach Explosion in Beirut zurück | BR24

Die Situation gerät zusehends außer Kontrolle

Nun ist es auch offiziell: Ministerpräsident Hassan Diab hat in einer Fernsehansprache den Rücktritt seiner Regierung erklärt. Hunderte protestierten am zweiten Tag in Folge aus Wut über die gewaltige Explosion vor knapp einer Woche.

Es nahmen Vertreter von mindestens 36 Staaten und Organisationen teil, unter ihnen waren laut Élyséepalast mehrere europäische Regierungschefs wie der Italiener Guiseppe Conte. Neben UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock beteiligten sich demnach auch US-Präsident Donald Trump und mehrere europäische Regierungschefs. Co-Gastgeber Frankreich ist dem Libanon als frühere Mandatsmacht bis heute eng verbunden.

Einsatzkräfte suchen in den Trümmern von Beirut nach Vermissten.

Bereits im Vorfeld hatte die Bundesregierung zehn Millionen Euro Soforthilfe angekündigt. Einigen gehe es nur darum, politische Punkte zu erzielen.

Frankreich richtete nach eigenen Angaben eine Luftbrücke ein. Es werden auch zwei Schiffe, darunter ein Kriegsschiff, vom Mittelmeerhafen Toulon aus in Bewegung gesetzt, die unter anderem Nahrungsmittel transportieren. "Ich erneuere meinen Appell an die internationale Gemeinschaft für eine großzügige Hilfe". Die EU sei entschlossen, den Libanesen auch langfristig zu helfen, so Lenarcic. Auch Umweltminister Damianos Kattar legte sein Amt nieder, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Sie ist bereits das dritte Mitglied des Kabinetts, das das Amt niederlegt. Als Begründung nannte er die seiner Meinung nach schwache Leistung der Regierung in dem Versuch, das Land aus seiner wirtschaftlichen und politischen Krise zu führen. Nachfolger Scharbil Wihbi wurde bereits vereidigt. Sie machen die Regierung auch für die verheerenden Explosionen verantwortlich. Ausgelöst worden sein soll sie durch große Mengen der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat, die im Hafen gelagert worden war. 300 000 Menschen wurden durch das Unglück obdachlos. Und die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, schwindet. Auch am Montag gab es in Beirut wieder regierungskritische Proteste. Rund 6.000 Menschen wurden verletzt.

In Beirut war es zuvor erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Andere stürmten das Gebäude der Bankenvereinigung oder drangen lokalen Medienberichten zufolge in Ministerien ein. Dabei schlug die Stimmung in Gewalt um: Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein und riefen friedliche Demonstrant*innen auf, den Bereich zu verlassen. Augenzeugen berichteten auch, sie hätten Schüsse gehört. Ministerpräsident Hassan Diab hatte sich am Samstag für Neuwahlen ausgesprochen. Einen möglichen Termin dafür nannte er nicht. Die nächste reguläre Wahl steht in dem Mittelmeerland erst im Jahr 2022 an. Doch die korrupte Elite des Landes sträubt sich bisher dagegen.

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