Kahlschlag bei Mediamarkt und Saturn beschlossen: 3.500 Jobs fallen weg

Mediamarkt

Dazu sollen "in begrenztem Umfang" Läden geschlossen werden. Der Minderheitseigner von MediaMarktSaturn, die Familie Kellerhals, unterstütze die Entscheidung für den Umbau, hieß es weiter. Die Aktie legte nachbörslich um mehr als 1 Prozent zu. Auch in den Märkten werde MediaMarktSaturn die Führungsstrukturen europaweit harmonisieren. Administrative Aufgaben sollen in die Landesgesellschaften verlagert und Sortimentsmanagement, Einkauf und Logistik zentral gesteuert werden. Ceconomy wurde bislang sehr dezentral geführt. Durch die Vereinheitlichung verspricht sich das Management nun eine höhere Effizienz und niedrigere Kosten.

Trotz der raschen Erholung musste Ceconomy für das dritte Quartal einen Verlust von 104 Millionen Euro ausweisen. Zunächst aber kostet der Stellenabbau Geld: Die Kosten für die Umsetzung der Pläne beliefen sich voraussichtlich auf insgesamt etwa 180 Millionen Euro, wovon ein signifikanter Teil noch im laufenden Geschäftsjahr 2019/20 erwartet werde. Die Prognose bleibt jedoch den Angaben zufolge davon unberührt. Die Unternehmensgruppe habe bereits entschieden, 14 defizitäre Märkte dauerhaft zu schließen. Weitere könnten folgen: Die Zahl der Märkte in Europa könne sich nochmals leicht verringern, hieß es. Ob und wie viele Stellen bei der Österreich-Tochter abgebaut werden, ist bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Die Arbeitsplätze würden in den kommenden zwei bis drei Jahren vor allem im europäischen Ausland gestrichen, teilte der Mehrheitseigner der beiden Ketten, die Holding Ceconomy, am Mittwoch in Düsseldorf nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Per 30. Juni beschäftigte Ceconomy europaweit 45.000 Mitarbeiter auf Vollzeitbasis. Die Ketten sollten effizienter arbeiten.

Der Elektronikhändler sieht sich durch die Corona-Krise mit großen Problemen konfrontiert.

Die Elektronikketten Media Markt und Saturn setzen den vor kurzem angekündigten massiven Stellenabbau um. Im Mai und Juni habe es aber Umsatzwachstum gegeben. Im Vorjahr lag das Minus bei 48 Millionen Euro. Dennoch will der Elektronikhändler drei Filialen in Deutschland aufgeben. Im Juni übertrafen die Verkaufszahlen mit 1,75 Milliarden Euro den Vorjahreswert um 12 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) ohne die französische Beteiligung Fnac Darty erwartet das Unternehmen für das dritte Quartal auf dem Vorjahresniveau. Damals hatte Ceconomy einen Verlust von 43 Millionen Euro verzeichnet. Die ausführlichen Zahlen sollen am Donnerstag vorgelegt werden. Zwar sank der Umsatz im dritten Quartal um zehn Prozent auf rund 4,1 Milliarden Euro, dies sei aber auf Ladenschließungen und Einschränkungen im April zurückzuführen, sagte Finanzvorständin Karin Sonnenmoser.

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