Rapper Bushido trifft auf Clanchef im Gericht

Bushido klagt gegen seinen Ex Partner  Bild EPA

Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi, wirkt nachdenklich, verfolgt konzentriert die Anklage, vermeidet jeden Blick zu Arafat Abou-Chaker.

Gestern stieg der erste Verhandlungstag des großen Gerichtsprozesses zwischen Arafat Abou-Chaker und seinem ehemaligen Freund, Geschäftspartner und heutigen Todfeind Bushido. Mitangeklagt sind drei seiner Brüder. Dieser soll unter gemeinsam mit Brüdern den Rapper Bushido bedroht haben. Auslöser der Taten war dem Landgericht zufolge die Tatsache, dass Bushido die gemeinsame Geschäftsbeziehung aufgelöste hatte. Oberhaupt Arafat Abou-Chaker, 44 Jahre jung, sitzt am Montag im Hochsicherheitssaal 500 auf der Anklagebank. Der Clanchef soll den Musiker auch ehrverletzend beschimpft, drangsaliert und leicht verletzt haben. Einmal soll er ihm eine halbvolle Wasserflasche an den Kopf geworfen, später mit einem Stuhl nach ihm geschlagen haben. Er ist zwar wegen Nötigung, Erpressung, Körperverletzung und Beleidigung angeklagt, dennoch befinden sich er und zwei der mitangeklagten Brüder auf freiem Fuß.

Er forderte von Bushido, ihm eine Immobilie für mehr als eine Million Euro zu verkaufen. Bushido habe sich akut bedroht gefühlt und besonders um seine Frau und seine Kinder gefürchtet.

Es sei schließlich Bushidos Frau Anna-Maria gewesen, die Abou-Chaker beschied, es werde keine Zahlungen geben, hieß es in der Anklage. Möglicherweise hatten die Anwälte der Abou-Chakers aber auch ein anderes Ziel: Dass bekannt wird, dass gegen Bushido wegen Geldwäsche ermittelt wurde. Zur Last gelegt wird Abou-Chaker auch, unbefugt Gespräche gepostet zu haben.

In dem für mehr als 20 Verhandlungstage angesetzten Prozess werden insgesamt 80 Zeugen erwartet, darunter sollen auch Vertreter der deutschen Rapper-Szene wie Capital Bra und Fler sein. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin ist der Musiker für den zweiten Prozesstag am Mittwoch als Zeuge geladen. Mit einem Urteil ist frühestens Ende November zu rechnen. Auch nachdem Bushido seinem ehemaligen Geschäftspartner demnach bis zu zweieinhalb Millionen Euro und eine Beteiligung an seinem Musikgeschäft angeboten habe, lehnte dieser den Vorwürfen zufolge ab.

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