Afrika ist frei von wildem Poliovirus

Polio Dier Erkrankung kann zu bleibenden Lähmungen führen

Die WHO verzeichnet derzeit in 16 afrikanischen Ländern Ausbrüche mit Polio-Impfviren, hauptsächlich aufgrund der Tatsache, dass in den Regionen zu wenige Kinder gegen das Virus immun sind. Erreger, die zu Kinderlähmung geführt hatten, gelten somit als ausgerottet.

Brazzaville. Es ist ein historischer Tag für Afrika: Nach Jahrzehnten des Kampfs ist der Kontinent frei von Kinderlähmung.

Laut WHO ist es erst das zweite Virus, das auf dem Kontinent ausgerottet wurde, nach den Pocken vor rund 40 Jahren. Insgesamt haben die gemeinsamen Bemühungen des GPEI, an denen UNICEF und die Bill & Melinda Gates Foundation beteiligt sind, die Polio-Infektionen seit 1988 um 99,9 Prozent reduziert - von 350.000 auf 33 Fälle im Jahr 2018.

Noch 2012 entfielen die Hälfte aller weltweit registrierten Fälle von Polio-Wildvirus auf Nigeria - das letzte Land in der afrikanischen Region, das sich von dem Virus befreien musste. "Nun müssen wir Polio endgültig beenden", betonte die Chefin der WHO in Afrika, Matshidiso Moeti. Das Poliovirus, das einst Jahr für Jahr Hunderttausende Kinder tötete oder lähmte und zu Ausgangssperren für Kinder während der Sommermonate führte, ist einen Schritt näher daran, in die Geschichtsbücher einzugehen. Doch besonders in Afrika waren die Herausforderungen riesig: bewaffnete Konflikte, schlechte Infrastruktur, Menschen auf der Flucht und Misstrauen gegenüber Impfungen generell erschwerten die Arbeit der Helfer. Erst als Südafrikas Präsident Nelson Mandela im selben Jahr eine Kampagne startete, wurde die Krankheit in Afrika verstärkt bekämpft. Jedes Land auf dem Kontinent war betroffen. Millionen von Impfungen wurden verabreicht. Damit sind Afghanistan und Pakistan die letzten beiden Länder der Welt, die gegen den Wildtyp des Poliovirus kämpfen.

Bei Poliomyelitis, Kinderlähmung genannt, handelt es sich um eine stark ansteckende Viruserkrankung, die bleibende Lähmungen der Arme und Beine verursachen und sogar zu einer tödlichen Lähmung der Atemmuskulatur führen kann. Immer wieder werden Impfkampagnen von gewaltsamen Zwischenfällen überschattet. In zwei bis drei Jahren will die WHO auch dort das Kapitel Polioviren als Erfolgsgeschichte abheften. Dies ist eine seltene Form des Virus, das aus dem oralen Polio-Impfstoff mutiert und sich dann auf nicht-immunisierte Gemeinschaften ausbreiten kann.

Doch auch in diesen Ländern gibt es Hoffnung. Diese Fälle könnten im Jahr 2020 wieder zunehmen, da viele Impfkampagnen während dem Lockdown aufgrund von Coronavirus nicht stattgefunden haben.

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