Polizei nimmt ARD-Kamerateam in Minsk vorübergehend fest

Belarussische Frauen wollen mit ihrem Protest die Freilassung von Gefangenen erreichen. |           Bild Uncredited  AP  dpa  Archiv

Ein Kamerateam, das für den WDR aus Minsk berichtet, wurde vor seinem Hotel vorübergehend festgesetzt. Bei den Mitarbeitern handele es sich um einen russischen Kameramann und seinen russischen Assistenten sowie einen belarussischen Producer.

Wie der WDR erklärte, seien alle drei ARD-Mitarbeiter für ihren Dreh ordnungsgemäß akkreditiert worden. Sie kamen demnach am Vormittag wieder frei.

Die offiziellen Akkreditierungen seien den Kameraleuten aber inzwischen entzogen worden, erklärte der WDR. Vom Entzug ihrer Akkreditierung betroffen waren auch Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP, der britischen BBC sowie des US-Senders Radio Liberty. Bereits am Vortag kamen etwa 50 Journalisten vorübergehend in Polizeigewahrsam, darunter eine Korrespondentin der Deutschen Welle und ein ZDF-Kamerateam. Das belarussische Innenministerium bestätigte der DW später, dass der Verwaltungsprozess bereits wieder eingestellt sei.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat das Vorgehen gegen Journalisten scharf kritisiert. Aus Diplomatenkreisen hieß es, dass der belarussische Botschafter in Berlin zeitnah ins Auswärtige Amt einbestellt werde. "Weitere Maßnahmen behalten wir uns ausdrücklich vor", fügte der Minister hinzu. Wegen der Gewalt gegen friedliche Demonstranten bei Protesten brachten die EU-Außenminister Sanktionen gegen die Führung des Landes auf den Weg. Ebenso wichtig sei es aber, "sich für einen breiten, inklusiven Dialog einzusetzen, wie ihn die Menschen in Belarus fordern".

WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn nannte den Umgang mit dem Kamerateam "absolut inakzeptabel". Das zeigt erneut, dass eine unabhängige Berichterstattung in Belarus immer weiter erschwert und beinahe unmöglich gemacht wird. Wir lassen uns als öffentlich-rechtlicher Rundfunk jedoch nicht einschüchtern und werden alles daran setzen, dass unsere Journalisten auch weiterhin über die Vorgänge, Proteste und Demonstrationen in Belarus kritisch und unabhängig berichten können. Die russischen Kollegen wurden des Landes verwiesen und mit einem Einreiseverbot nach Belarus für fünf Jahre belegt. Dem belarussischen Producer drohe am kommenden Montag ein Prozess.

DW-Chefredakteurin Manuela Kasper-Claridge sprach von einem Angriff auf die Pressefreiheit.

In Belarus tätige Journalisten werden immer wieder unter Druck gesetzt. Allein am Samstag seien zunächst 17 Arbeitserlaubnisse widerrufen worden.

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