Wirecard mit 2,8 Milliarden Euro überschuldet

Wirecard verbrannte offenbar 10 Millionen Euro – pro Woche!. Die Wirecard Zentrale in München-Aschheim Der ehemalige Dax Konzern ist stark verschuldet

Und was Insolvenzverwalter Michael Jaffé da hervorkramt, ist gar nicht schön. Der insolvente Zahlungsabwickler kündigt 730 Mitarbeitern sowie dem Vorstand und setzt damit mehr als die Hälfte der Beschäftigten vor die Tür.

Zuvor hatte das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Zahlungsdienstleisters eröffnet.

Den Berichten zufolge erwägt Jaffé wohl auch, juristisch gegen ehemalige Vorstände vorzugehen, möglicherweise auch gegen die Wirtschaftsprüfer von EY, die den Wirecard-Bilanzen ihr Testat erteilt hatten. Die üblichen Restrukturierungs- und Kostenanpassungsmaßnahmen seien nicht ausreichend. Auch die Vorstandsverträge würden gekündigt.

"Die wirtschaftliche Lage der Wirecard AG war und ist angesichts der fehlenden Liquidität und der bekannten skandalösen Begleitumstände äußerst schwierig", sagte der Rechtsanwalt. Es gebe bereits namhafte Interessenten. Aber um eine Fortführung zu ermöglichen und die Option für eine Verwertung des Kerngeschäfts zu erhalten, seien tiefgreifende Einschnitte dringend erforderlich. Auch Miet- und Leasingverträge würden gekündigt.

Der insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard ist nach Angaben des Insolvenzverwalters mit 2,8 Milliarden Euro überschuldet.

Am 18. November finde die erste Gläubigerversammlung statt, voraussichtlich im Löwenbräukeller in München. Ex-Vorstandschef Markus Braun sitzt in Untersuchungshaft.

Kevin Voss von der Gewerkschaft Verdi sagte, etwa 600 bis 700 der 1500 am Stammsitz Aschheim bei München beschäftigten Mitarbeiter habe am Montagabend die Mail erreicht, nach der sie unwiderruflich freigestellt wurden.

Die horrenden Schulden hat das Unternehmen aus unterschiedlichen Quellen angehäuft - darunter 900 Millionen Euro aus einer Wandelanleihe, die der japanische Investor Soft-Bank freigab, und 100 Millionen Euro aus der Staatsbank KfW. "Die Erlöse aus der Verwertung werden dabei den Gläubigern zugutekommen". In der Bank dagegen regiert im Aufsichtsrat das alte Personal, das am Aufbau des Lügengebildes Wirecard über Jahre beteiligt war, sich dumm stellte oder - im für sie günstigsten Fall - überfordert war.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. August 2020 um 16:00 Uhr.

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