Lebensmitteluntersuchung: Hepatitis-E-Viren in Schweinefleisch nachgewiesen

Leberwurst

Vor allem für Schwangere kann eine Hepatitis-E-Erkrankung schwere Folgen haben.

Hepatitis E wird hierzulande hauptsächlich über unzureichend gegartes, infiziertes Schweinefleisch und Wild übertragen.

Bei der Untersuchung von Schweinefleisch und Schweineleber haben Forscher in Deutschland in mehr als zehn Prozent aller Proben Hepatitis-E-Viren nachgewiesen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des tropenmedizinischen Instituts des Universitätsklinikums Tübingen haben in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut (RKI), dem Bundesinstitut für Risikobewertung Berlin (BfR) und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eine Studie zum Nachweis des Hepatitis-E-Virus in handelsüblicher Schweineleber und Schweinefleischprodukten in Deutschland durchgeführt. Mit Hepatitis A, B, C, D und E sind insgesamt fünf Arten der Leberentzündung bekannt.

Hepatitis A und E können der Behörde zufolge unbemerkt verlaufen oder für einige Wochen zu Übelkeit, Erbrechen und Oberbauchbeschwerden führen.

In den Entwicklungsländern ist HEV für etwa 20 Millionen Infektionen und 70.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich.

So wurden im Jahr 2011 nur 238 Fälle gemeldet, 2019 waren es mit 3.727 jedoch fast 16-mal so viele; im August 2020 lag die Zahl für das laufende Jahr bereits bei 2.280 bekannten Fällen.

Ein Impfstoff existiert bereits.

Die mit Velavan kooperierenden Wissenschaftler erforschten Produkte aus Metzgereien und Supermärkten in Tübingen, Reutlingen, Dortmund und Stuttgart. Darunter waren 41 Proben von Schweinelebern, 40 von streichfähigen Leberwürsten, 40 von Leberpasteten und zehn von Rohwürsten ohne Leber wie Mettwurst.

"Da die Verteilung und Belastung durch Hepatitis E in Europa unterschiedlich ist, war das Ziel, die tatsächliche Prävalenz von HEV-kontaminiertem Fleisch zu bewerten und das Risiko von Exposition und Infektion abzuschätzen".

Bei fünf Prozent der Leberproben und 13 Prozent der Leberwürste wurde der Erreger gefunden, wie das Universitätsklinikum Tübingen am Dienstag mitteilte.

Das Hepatitis-E-Virus (HEV) kann bei bestimmten Patientengruppen Leberversagen auslösen.

Nach Angaben der Forscher wurde allerdings nicht ermittelt, wie stark infektiös diese Viren seien - denn, wenn die Lebensmittel bei ihrer Produktion entsprechend stark erhitzt werden, könnten sie schon auf dieser Phase inaktiv werden.

Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Journal of Viral Hepatitis" veröffentlicht.

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