Garmisch: Welche Konsequenzen muss die Superspreaderin fürchten?

Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen

Nach einem heftigen Corona-Ausbruch im oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen ist noch unklar, mit welchen Konsequenzen die mutmaßliche Verursacherin rechnen muss.

Die feierfreudige Frau war erst kurz zuvor von einem Griechenland-Urlaub zurück nach Garmisch-Partenkirchen gekommen. Davon ist zumindest das zuständige Landratsamt überzeugt.

Die 26-Jährige reiste nach Angaben des Landratsamtes "Anfang September oder Ende August" nach Deutschland ein und soll mehrere Tage im Nachtleben vom Garmisch-Partenkirchen unterwegs gewesen sein. Nach Angaben des Landratsamtes soll sie auf ihrer Kneipentour schon Symptome gehabt und auf die Ergebnisse ihres Corona-Tests gewartet haben.

Allein am Freitag seien in Garmisch-Partenkirchen 33 Menschen positiv getestet worden.

"Die Dame hat Symptome gehabt, war bei uns bei der Teststation und wurde aufgrund der Symptome aufgefordert, in Quarantäne zu bleiben". "Wo sie sich angesteckt hat, wissen wir nicht". Es habe ein "Übermittlungsproblem" innerhalb seiner Behörde gegeben.

"Fälle, in denen die Leute das Testergebnis nicht abwarten, gibt es ja öfter", so Scharf abschließend. Weil sich nicht alle Kontaktpersonen nachverfolgen ließen, fordert die Gesundheitsbehörde diejenigen, die an oder vor diesem Abend in örtlichen Bars unterwegs waren, auf, sich beim Gesundheitsamt zu melden und sich testen zu lassen. Besonders erfreulich sei, dass viele junge Leute zwischen 18 und 35 Jahren dem Aufruf der Behörden gefolgt seien.

Alleine an ihrem Arbeitsplatz, dem von der US-Armee betriebenen Hotel "Edelweiss Lodge", soll die junge Frau 23 Menschen angesteckt haben.

Insgesamt belief sich die Zahl der Neuinfektionen bis Samstag auf 37.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 54 und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Ob sich alle Infizierten tatsächlich bei der Frau angesteckt haben, ist nicht nachweisbar. 453 Positiv-Fälle seien seit Beginn der Corona-Krise im Landkreis nachgewiesen worden. Das Landratsamt rechnet aber mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Zahlen und hat darum Einschränkungen angeordnet.

In Garmisch-Partenkirchen wurden nach dem Vorfall Konsequenzen gezogen: Das Nachtleben wurde heruntergefahren, Gaststätten müssen um 22 Uhr schließen und der Kontakt im öffentlichen Raum wurde auf maximal 5 Personen beschränkt. "Wir wollen das Nachtleben, das der Auslöser war, runterfahren".

Wegen der hohen Infektionszahlen wurden auch zwei für das Wochenende geplante Demonstrationen abgesagt: die Veranstaltung "Ausbremst is" und eine Kundgebung von Landwirten aus Protest gegen die Ausbreitung von Wölfen in Bayern.

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