Kolumbien: Elf Tote bei Protesten gegen Polizeigewalt

Proteste in Bogotá Bild AFP

Wegen des Todes eines Mannes nach einem Polizeieinsatz ist es in Kolumbien zuletzt immer wieder zu Protesten gekommen. Bei Ausschreitungen wurden 56 Polizeistationen beschädigt, mehr als hundert Menschen wurden festgenommen. Auf Videos in den Online-Netzwerken waren verängstigte Demonstranten zu sehen, die während der Zusammenstöße vor Schüssen fliehen. Bürgermeisterin López sagte, es gebe Hinweise auf den willkürlichen Einsatz von Schusswaffen durch Polizisten. Deshalb wurden 68 Menschen verletzt. "Was für eine Ausbildung bekommen die, um so unverhältnismäßig gegen Proteste vorzugehen?", kritisierte López. Der zweifache Vater war bei seiner Festnahme von Polizisten zu Boden gedrückt und mindestens fünf Mal getasert worden.

Zahlreiche Menschen hatten Medienberichten zufolge in der Hauptstadt Bogotá sowie in Cali, Neiva und Medellín gegen Polizeigewalt protestiert, nachdem der kolumbianische Rechtsanwalt Javier Ordóñez am Mittwoch infolge eines gewaltsamen Polizeieinsatzes gestorben war. Auf einem Video des Vorfalls ist zu hören, wie Ordóñez mehrfach "Bitte aufhören" ruft. Auf der Polizeiwache soll er geschlagen worden sein. Ordóñez starb später im Krankenhaus. Die beiden beteiligten Polizisten kontrollierten Berichten zufolge die Einhaltung von Corona-Vorschriften und warfen dem 46-Jährigen sowie seinen Freunden vor, Alkohol auf der Straße zu trinken.

Der kolumbianische Verteidigungsminister Carlos Holmes Trujillo bestätigte, dass fünf Menschen ermordet wurden, und setzte "eine Belohnung von bis zu 50 Millionen Pesos (rund 11.400 Euro) für Informationen aus, die zur Ergreifung der Täter der Morde (.) sowie der Verantwortlichen der Vandalismusakte führten".

Bogotás Polizeichef Necton Borja erklärte nach dem Vorfall, Ordóñez habe versucht, "die Polizisten zu schlagen", die zu einer Ruhestörung durch "alkoholisierte Personen" gerufen worden waren. Präsident Iván Duque bedauerte das Vorgehen der Sicherheitskräfte und forderte "angemessene Sanktionen". Die kolumbianische Polizei sorgte in der Vergangenheit bereits mehrfach für Aufsehen wegen übertriebener Gewaltanwendung. Im November 2019 wurde ein 18-jähriger Demonstrant durch Bleikugeln der Polizei tödlich am Kopf verletzt.

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