Volkswagen liefert elektrischen Hoffnungsträger VW ID.3 aus | BR24

"Der ID.3 passt am besten zu mir", so Stadler und meint damit das Gesamtpaket aus Reichweite, Preis und Ladeleistung. Zunächst übergibt VW den Wagen in Dresden und Wolfsburg an eine ausgewählte Zahl von Käufern, ehe am Montag (14.9.) der allgemeine Marktanlauf startet.

Nase vorn: Christian Stadler (36) aus Fürstenstein (Bayern) nahm am Freitag in der Gläsernen Manufaktur den ersten ID.3 in Empfang. Es ist der Auftakt zu einer Baureihe reiner E-Fahrzeuge, mit der VW den Sprung ins Elektro-Zeitalter schaffen will: Rund 22 Millionen Fahrzeuge sollen bis 2028 auf Basis des neuen Elektrobaukastens MEB produziert und ausgeliefert werden. Tenor: "Jetzt beginnt eine neue Ära für klimaneutrale Mobilität". Man will Marktführer werden. Aber noch ist der Rückstand zum US-Rivalen Tesla groß.

Doch die Anlaufprobleme des ID.3 sind nicht wegzudiskutieren. Sicher: Er ist ein rundum neu entwickeltes Auto. Ursprünglich war der Marktstart des ID.3 schon im Sommer geplant gewesen. Doch vor allem die Vernetzung der Steuergeräte hatte sich als sehr komplexes Thema erwiesen. Das Branchenmagazin "Auto, Motor und Sport" sah nach einem Fahrtest bei Verarbeitung und Elektronik des ID.3 "noch erheblichen Nachbesserungsbedarf". Antrieb und Fahrwerk funktionierten dagegen perfekt. Zur Lenkung und Beschleunigung hatte sich auch Tesla-Chef Elon Musk, der das Modell jüngst Probe fuhr, anerkennend geäußert. Der Druck auf die Entwickler und Linien war hoch, in internen Tests hatte man Mängel gefunden.

Der "Golf für das Elektrozeitalter" ist da! Die Frage, ob der Anlauf der ID-Reihe nun klappt, dürfte wesentlich für Diess' Zukunft sein.

Die Begeisterung für das Modell ist bei vielen groß. Die Produktion des Autos soll CO2-neutral sein. Zehntausende lassen sich für die E-Mobilität qualifizieren - ganze Werke wie Emden, Hannover sowie Standorte in den USA und China werden umgerüstet. Gleichzeitig fährt VW die klassische Verbrennertechnik herunter und streicht Stellen. Gebaut wird der ID.3 in Zwickau, ab 2021 jährlich 300.000 Stück. Allein der Umbau des Zwickauer Werks kostet über eine Milliarde Euro. In Zwickau sollen in diesem Jahr rund 100.000 Elektrofahrzeuge gefertigt werden. Auch die ID.4-Fertigung hat begonnen.

Als weitere E-Modelle der Serie folgen zum Jahreswechsel der kompakte SUV ID.4, später auch der Elektro-Bulli ID.Buzz.

Die Nachfrage nach E-Autos war zuletzt durch aufgestockte Kaufprämien gestiegen.

So oder so: "Das zentrale Thema ist das Thema Software", sagt der Automarktexperte Stefan Bratzel. Die Anpassung der nötigen Fertigungskapazitäten ist für die Autobauer aber schwierig. Hier müsse VW "schnell besser werden". Eine neue Software-Gruppe für den Konzern wird derzeit aufgebaut. Er ist aber zuversichtlich, dass die Industrie das noch in den Griff bekommen kann.

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