Lebensspuren: NASA: Phosphin-Entdeckung auf Venus großer Fortschritt

Blick auf die Venus

Sie betonten aber, dass die Entdeckung noch kein Beleg dafür sei, dass auf der Venus tatsächlich Leben existiert.

London - In der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten Venus haben Astronomen das Gas Monophosphan entdeckt. Der Fund verursacht zwar Aufregung - ist aber längst kein Beleg für Leben.

Ein Forscherteam hatte zuvor in der Fachzeitschrift "Nature Astronomy" berichtet, in der Wolkendecke rund 60 Kilometer über der Venus Spuren von Phosphingas, auch Phosphane genannt, entdeckt zu haben. Auf der Erde geht das leicht entflammbare Gas, das sich aus einem Phosphor- und drei Wasserstoffatomen zusammensetzt, auf Aktivitäten von Mikroben oder des Menschen zurück. Die Forschenden schließen jedoch nicht aus, dass das Gas durch bislang unbekannte natürliche Prozesse entstanden sein könnte. In einer eigens einberufenen Pressekonferenz am späten Montagnachmittag schlossen die Autoren aber die Möglichkeit nicht aus, dass es Leben auf der Venus geben könnte. Durch einen starken Treibhauseffekt herrschen auf der Venusoberfläche mehrere hundert Grad Celsius, es ist viel zu heiß für Leben.

Die Wissenschaftler hatten die Wolken über der Venus mit Teleskopen erforscht, die auf Hawaii und in der Atacama-Wüste in Chile postiert sind. Sie muss also regelmäßig neu entstehen, um die gemessene Konzentration von rund 20 Teilen in einer Milliarde Teilen Atmosphäre (parts per billion, ppb) zu erklären. Auf der Erde wird die chemische Verbindung nur von Mikroorganismen oder industriell produziert.

"Wir behaupten nicht, dass wir Leben auf der Venus gefunden haben", sagte Ko-Autorin Sara Seager vom Massachusetts Institute of Technology vor Journalisten.

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