"Nomadland" - US-Drama gewinnt Goldenen Löwen beim Filmfest Venedig

Der bebrillte und glatzköpfige Romani im schwarzen Anzug mit blauem Hemd hält die Trophäe mit beiden Händen in die Kamera

Das US-Drama "Nomadland" ist beim Filmfestival in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden.

In ihrem Spielfilm "Nomadland" erzählt die 38 Jahre alte Zhao von einer Frau, die nach dem wirtschaftlichen Kollaps einer kleinen Stadt in Nevada ihre Sachen in ihr Auto packt und als Nomadin lebt. Frances McDormand spielt eine verwitwete Frau, die nach der Schließung einer Mine gezwungen ist, ihren Heimatort zu verlassen und sich mit dem Wohnwagen auf die Suche nach Arbeit macht.

Während der Dreharbeiten zu ihrem neuesten Film "Nomadland" ist der Oscar-Preisträgerin Frances McDormand ein Job in einem Supermarkt angeboten worden. Im Festivalprogramm hatte sie vorab erklärt, sie selbst sei in Städten in China und England aufgewachsen und habe sich von weiten Straßen schon immer angezogen gefühlt. Der deutsche Beitrag "Und morgen die ganze Welt" von Julia von Heinz ging leer aus. Der mexikanische Regisseur Michel Franco entwirft darin ein düsteres Bild seines Landes in der nahen Zukunft und fokussiert auf die Kluft zwischen Arm und Reich.

Als beste Schauspielerin ehrte die Jury die Britin Vanessa Kirby für "Pieces of a Woman". In dem Drama von Regisseur Kornél Mundruczó (45) spielt sie eine Frau aus Boston, deren Baby bei einer Hausgeburt stirbt.

Bei den Herren war der Italiener Pierfrancesco Favino siegreich: Er spielte die Hauptrolle in "Padrenostro". Andrej Konchalovskys favorisiertes UdSSR-Drama "Dear Comrades!" bekam am Ende den Spezialpreis der Jury, bester Regisseur wurde Kurosawa Kiyoshi für "Wife of a Spy".

Den Preis für das beste Drehbuch erhielt Chaitanya Tamhane aus Indien für "The Disciple".

Die Internationalen Filmfestspiele von Venedig fanden in diesem Jahr unter besonderen Bedingungen statt: Aufgrund der Coronakrise galt auf dem gesamten Festivalgelände sowie in den Kinosälen eine Maskenpflicht, in den Filmtheatern musste jeder zweite Platz freigelassen werden. Die Auszeichnungen wurden von einer Jury unter Vorsitz der Schauspielerin Cate Blanchett vergeben.

Das Festival ist das älteste der Welt. Zu den Preisrichtern gehörten auch die österreichische Regisseurin Veronika Franz sowie der US-amerikanische Schauspieler Matt Dillon.

Es war außerdem das erste der weltweit großen Festivals, das seit Beginn der Corona-Pandemie wie geplant stattfand. Es sei alles reibungslos gelaufen, auch an das Tragen der Masken habe man sich schnell gewöhnt.

Im vergangenen Jahr hatte der Psychothriller "Joker" des US-Amerikaners Todd Phillips den Goldenen Löwen der Festspiele gewonnen.

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