UNO: Merkel fordert Einigkeit und Reformen

Generaldebatte: Uno-Chef warnt vor

Mit einem Festakt feiern die Vereinten Nationen den 75. Jahrestag ihrer Gründung. Er ließ sich durch die stellvertretende amerikanische UN-Botschafterin Cherith Norman Chalet vertreten - dies sahen einige Beobachter als Affront gegen die UN, die der US-Präsident seit Jahren sehr kritisch sieht.

Die ansonsten hochrangigen Vertreter beteuerten die Bedeutung der UN, verlangten aber auch Reformen.

Bundeskanzlerin Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beschwor in ihrer Videobotschaft die Einigkeit und Reformbereitschaft der UN. "Die Vereinten Nationen können letztlich nur so gut sein, wie ihre Mitglieder sich einig werden", sagte Merkel am Abend in einer Videobotschaft zum Festakt anlässlich des UN-Jubiläums in New York.

Die Kanzlerin beklagte zugleich, dass der UN-Sicherheitsrat - das wichtigste Gremium der Vereinten Nationen - zu oft "blockiert" sei, wenn es auf klare Entscheidungen ankommen.

In New York wird am Montag, den 21. September, einen Tag vor dem Beginn der UN-Generalversammlung das 75. "Heute haben wir einen Überschuss an multilateralen Herausforderungen und ein Defizit an multilateralen Lösungen".

Die UNO müsse zu oft hinter "ihren Idealen zurückbleiben, weil immer wieder Interessen einzelner Mitglieder verhindern, dass das Ordnungssystem so funktioniert, wie es müsste", sagte Merkel am Montag.

Wegen der Corona-Pandemie war im großen UN-Saal für jedes Mitgliedsland nur ein Vertreter zugelassen. US-Präsident Trump aber düpiert alle, indem er sich überraschend noch nicht einmal auf diese Weise zeigt. Die Staats- und Regierungschefs schickten vorab aufgezeichnete Videobotschaften.

Chinas Präsident Xi Jinping lobte in seinem Beitrag: "Diese Organisation hat eine Prüfung nach der anderen vorgelegt bekommen und ist darauf mit neuer Kraft und Lebhaftigkeit hervorgegangen".

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte einen "Multilateralismus der Taten mehr als der Worte". Sie stand unter dem Motto "Die Zukunft, die wir wollen, die Vereinten Nationen, die wir brauchen: Bekräftigung unseres gemeinsamen Bekenntnisses zum Multilateralismus". "Inmitten der aktuellen Covid-19-Krise besteht für die meisten Befragten die unmittelbare Priorität darin, den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zu verbessern - Gesundheitsversorgung, sauberes Wasser, sanitäre Einrichtungen und Bildung", heißt es in der Studie. Auch der Wunsch nach grösserer internationaler Solidarität und Hilfe für die von der Pandemie am stärksten Betroffenen spiele eine wichtige Rolle.

Die Vereinten Nationen wurden 1945 mit zunächst rund 50 Mitgliedern gegründet. Die Bundesrepublik Deutschland und die DDR traten 1973 bei. Am Dienstag beginnt die Generaldebatte der UN-Vollversammlung - normalerweise ein großes alljährliches Treffen mit viel Gelegenheit zu Diplomatie auch auf den Gängen.

Die Generaldebatte findet in diesem Jahr vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie in einer noch nie da gewesenen Form statt.

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