Corona-Warn-App - Fast 5.000 Infizierte warnten Kontaktpersonen

Knapp 5.000 Warnmeldungen seit Einführung von neuer Corona-App abgesetzt

Knapp 5.000 Infizierte haben laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in den ersten einhundert Tagen seit Einführung der Corona-App Kontaktpersonen über die Anwendung gewarnt.

Auch die Ergebnisse der Antigen-Schnelltests, die Spahn als Teil einer neuen nationalen Teststrategie ab Mitte Oktober angekündigt hatte, könnten laut Dorothee Bär (CDU), der Staatsministerin für Digitalisierung, in die App eingespeist werden. Wenn jeder dieser Personen zehn bis zwanzig Kontakte habe, seien durch die App viele Tausend Menschen davor gewarnt worden, dass sie infiziert sein könnten. "Das ist viel, aber es reicht uns nicht", sagte Spahn. Er rief die Bürger auf, die App im Infektionsfall tatsächlich einzusetzen: "Nutzen Sie dieses Werkzeug, informieren Sie Ihre Kontakte".

Spahn betonte, die App sei kein Allheilmittel.

Insgesamt wertete Spahn die App aber als Erfolg. Bisher passiere dies nur in etwa der Hälfte der Fälle.

Auch Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) wertete die deutsche App als "große Erfolgsgeschichte". Der hohe Datenschutz-Standard sei allerdings keine Schwäche der App, sondern eine ausdrückliche Stärke, so Braun. Dieser "Beschleunigungseffekt" sei gerade bei einem höheren Infektionsgeschehen, wie es im Herbst und Winter zu erwarten sei, entscheidend, so Braun. Doch die Warnung zeige, dass die App funktioniere.

Die deutsche Warn-App wird durch Telekom und SAP an das europäische System angebunden und kann darüber mit den Warn-Apps Österreichs, Tschechiens, Dänemarks, Estlands, Irlands, Litauens, Polens, Spaniens, Italiens und der Niederlande kommunizieren.

Bis Mitte Oktober soll die deutsche App mit den Warn-Apps von elf anderen europäischen Ländern verknüpft werden. Nach seinen Angaben sind in Deutschland inzwischen zudem mehr als 90 Prozent der Testlabore an die App angeschlossen. Allerdings seien 15 Labore nicht bereit gewesen, eine notwendige Digitalisierungsschnittstelle einzurichten. Die abgefragten Symptome würden nur lokal auf dem Gerät gespeichert und nicht geteilt, hieß es von SAP-Technikchef Jürgen Müller am Mittwoch. Damit soll besser eingeschätzt werden können, wie kritisch eine Risikobegegnung war.

Jens Spahn hat ein durchaus positives Zwischenfazit nach einem halben Jahr Corona-Pandemie gezogen.

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