Ifo: Deutsche Wirtschaft schrumpft 2020 weniger als erwartet | Wirtschaft Überblick

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Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung von Forschern des Münchener Ifo-Instituts auf Erholungskurs - doch bis zu einer vollständigen Genesung vom Corona-Schock ist Geduld gefragt: Wie die Ökonomen am Dienstag mitteilten, fällt der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in diesem Jahr mit 5,2 Prozent zwar niedriger aus als noch im Sommer angenommen.

Der Absturz der deutschen Wirtschaft verläuft nach neuen Berechnungen des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung "glimpflicher als gedacht". Bisher war man von einem Rückgang von 6,7 Prozent ausgegangen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 5,2 Prozent sinken, wie die Münchner Forscher am Dienstag voraussagten. Der Rückgang im zweiten Quartal und die Erholung würden derzeit günstiger als erwartet verlaufen, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Das Wachstum der Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr soll laut ifo 5,1 Prozent statt 6,4 Prozent betragen. Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr 2020 in eine tiefe Rezession gestürzt. Viele Dienstleistungen würden weiterhin Beschränkungen unterliegen. Ende nächsten Jahres könne die Wirtschaft dann ihr Vorkrisenniveau erreichen. 2021 sinkt sie auf 5,7 Prozent und im übernächsten Jahr auf 5,5 Prozent. Allerdings sei die Unsicherheit bei den gestellten Prognosen sehr groß, denn niemand wisse, "wie die Corona-Pandemie weiter verläuft, ob es nicht doch noch einen harten Brexit gibt, und ob die Handelskriege beigelegt werden".

Für das kommende Jahr korrigieren die Forscher ihre BIP-Prognose leicht nach unten. Der sich daraus ergebende reale Verdienstrückgang von rund 4,7 Prozent ist nach Angaben des Bundesamtes die "historisch stärkste Abnahme der Nominal- und auch der Reallöhne im Vorjahresvergleich seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2007 und somit stärker als in der Finanzmarktkrise 2008/2009". Die Zahl der Erwerbslosen wird der Prognose zufolge von durchschnittlich 2,3 Millionen im vergangenen Jahr auf 2,7 Millionen 2020 steigen. 2022 soll sie mit 2,5 Millionen über dem Vorkrisenniveau verharren.

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