Deutsche haben immer weniger Angst vor Künstlicher Intelligenz

Roboter Pepper  künstliche Intelligenz

Berlin - Die meisten Deutschen befürworten einen stärkeren Einsatz künstlicher Intelligenz (KI). Insgesamt hat sich das Bild von der KI aber deutlich verbessert. Wie aus einer heute veröffentlichten Umfrage für den Branchenverband Bitkom hervorgeht, sehen 68 Prozent und damit mehr als zwei Drittel KI vor allem als Chance. So befürworten 75 Prozent der Befragten mehrheitlich einen stärkeren Einsatz von KI in der Pflege, um die Gesundheit pflegebedürftiger älterer Menschen besser überwachen zu können. Demnach sagen 45 Prozent der Befragten, dass sie wissen würden, was unter KI zu verstehen ist und KI auch erklären könnten.

Die Menschen erkennen, welch entscheidende Rolle KI in der Zukunft spielen wird.

Fast jeder Zweite (45 Prozent) glaubt aber auch, dass Künstliche Intelligenz dabei helfen kann, im Job Fehler zu vermeiden.

In bestimmten Bereichen fällt die Akzeptanz jedoch geringer aus. Jetzt gelte es, Vorgaben für besonders sicherheitskritische Produkte konsequent umzusetzen und bei Bedarf an KI-spezifische Risiken anzupassen. "Neue Gesetze brauchen wir für KI nicht".

Drei von vier Befragten fordern, dass Deutschland bei der Entwicklung und der Vermarktung von KI-Anwendungen eine weltweite Führungsrolle einnehmen soll. 85 Prozent wollen deshalb eine besonders gründliche Prüfung von KI-Systemen und ein Zulassungsverfahren. So gehen 66 Prozent davon aus, dass KI die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft stärken wird.

Skeptisch sind die Menschen beim KI-Einsatz in ihrem Arbeitsalltag. Ebenso viele gehen davon aus, dass langweilige Routinetätigkeiten reduziert werden und so mehr Freiraum für interessantere Aufgaben bleibt.

Was den KI-Einsatz in der Personalauswahl angeht, so ist die Bevölkerung gespalten, erklärte Bitkom. Die eine Hälfte (49 Prozent) befürchtet, dass eine KI einen Bewerber ohne sachlichen Grund ablehnt, zum Beispiel weil der Algorithmus bestimmte Personen diskriminiert. An der Spitze stehen dabei Textvorschläge beim Nachrichtenschreiben (68 Prozent), Routenvorschläge bei der Navigation (62 Prozent) und Sprachassistenten auf dem Smartphone (60 Prozent).

"Die intensive öffentliche Diskussion um diskriminierende Algorithmen spiegelt sich eins zu eins in den Befragungsergebnissen wider", erklärte Berg. "Weniger als ein Prozent der Unternehmen setzen derzeit KI bei der Bewerberauswahl ein".

In den meisten anderen Lebensbereichen wünscht sich eine Mehrheit mehr künstliche Intelligenz. Berg erwartet, dass KI die Medizin stärker revolutionieren wird als die Erfindung der Antibiotika, da sie die Analyse von Röntgenbildern und Laborergebnisse erleichtern wird.

Ebenfalls eine Mehrheit wünscht sich den KI-Einsatz beim Transport (58 Prozent), in der Bildung (55 Prozent), in Personalabteilungen oder im Kundenservice (je 54 Prozent) sowie im Verkehr (52 Prozent), etwa mit autonomen Fahrzeugen. Keine Mehrheit findet der Einsatz künstlicher Intelligenz hingegen für politische Entscheidungen, im Militär sowie in der Betreuung von Kleinkindern. Rund 29 Prozent schätzen Künstliche Intelligenz als gefährlich ein. Bereits heute nutzt eine große Mehrheit der Befragten im Alltag KI-Anwendungen.

Dessen ungeachtet ist sich eine Mehrheit der Bürger (53 Prozent) sicher, dass Künstliche Intelligenz bereits in den kommenden fünf Jahren die Gesellschaft spürbar verändern wird.

Bei selbstfahrenden Fahrzeugen gibt es sehr unterschiedliche Erwartungen.

Aber auch Titelempfehlungen beim Streaming (44 Prozent), automatische Übersetzungen (42 Prozent), Fahrassistenzsysteme im Auto (39 Prozent) oder Kaufempfehlungen in Online-Shops (34 Prozent) werden bereits häufig bewusst eingesetzt. Autonome Autos können sich 30 Prozent innerhalb von zehn Jahren auf deutschen Straßen vorstellen. Ganz anders sieht es im Luftverkehr aus: Gerade einmal 6 Prozent meinen, dass autonome Flugzeuge in den nächsten zehn Jahren Passagiere transportieren werden.

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