Auto - Erster Strafprozess im VW-Dieselskandal gegen Ex-Audi-Chef Stadler

Der langjährige Audi Chef Rupert Stadler vor dem Landgericht München

Ab Mittwoch (9.30 Uhr) muss sich der einstige "Manager des Jahres" unter der Anklage des Betruges im Dieselskandal vor dem Landgericht München verantworten - als erster Angeklagter überhaupt in Deutschland. Juristisch um "Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung" - so hat es die Staatsanwaltschaft schon im Sommer mitgeteilt.

Optisch ging Stadler zum Prozessauftakt übrigens auf Distanz zur Marke mit den vier Ringen, wo er fast sein ganzes Berufsleben verbracht hat: Er fuhr in einer Mercedes-S-Klasse vor, dem Wagen seines Verteidigers. "Rupert Stadler steht jetzt als langjähriger Vorstandsvorsitzender im Fokus der Strafverfolgung, obwohl er die Schummeleien an Dieselfahrzeugen weder veranlasst noch jahrelang von ihnen gewusst haben soll und immer wieder eine Mitwisserschaft oder gar Beteiligung an Diesel-Manipulationen stets bestreitet", sagt der Mönchengladbacher Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung von der Dr. Hartung Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (www.hartung-rechtsanwaelte.de).

Stadler begrüßte Hatz mit einem fröhlichen Faust-Gruß - die beiden anderen Angeklagten schien er zu übersehen. Hatz war bei VW sowie den Töchtern Audi und Porsche - dort. Im Saal werden Mund-Nasen-Masken getragen. Das Verfahren des Landgerichts München war wegen der Raumgröße in den Saal der Justizvollzugsanstalt Stadelheim verlegt worden.

"Kurz gesagt, soll die Audi AG die Abgaswerte in Dieselmotoren so manipuliert haben, dass sie unter anderem auf dem Prüfstand weniger Schadstoffe ausgestoßen haben als im Straßenverkehr".

Der 56-jährige Stadler soll laut Anklage ab Ende September 2015 davon gewusst haben, dass auch die VW-Tochter Audi in den Abgasskandal verwickelt ist und dennoch weiter den Verkauf manipulierter Audis betrieben haben. So wurde vergangene Woche publik, dass auch die drei früheren Audi-Vorstände Ulrich Hackenberg, Stefan Knirsch und Bernd Martens sowie der damalige Dieselmotorenchef Richard Bauder Post von der Staatsanwaltschaft München II erhielten, wie zuerst das Handelsblatt berichtete. P. ist nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft weitgehend geständig, sein früherer Mitarbeiter L. uneingeschränkt. Es wird für das Unternehmen nun kaum noch möglich sein, sich aus dem Dieselskandal herauszureden. Letztlich geht es darum, wer Mitschuld trägt am Dieselskandal, der vor fünf Jahren eine ganze Branche erschütterte. Er hat Weisungen bekommen. Weickert musste sich nach seinem Wechsel auf den Posten erst einmal in das Thema einarbeiten. Bei Taten durch Unterlassen ist der Strafrahmen zwar grundsätzlich gleich, kann aber reduziert werden. In den USA wurden zwei VW-Mitarbeiter zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Auch der frühere VW-Chef Martin Winterkorn muss absehbar vor Gericht. Drei ehemalige Vorstandskollegen von Stadler und Hatz' Vorgänger als Audi-Motorenchef hat sie auch angeklagt. Der Prozesstermin für Winterkorn ist noch offen.

Im Gerichtssaal lenkte der Anwalt das Augenmerk dann auf die Autos der Richter - mit einem Befangenheitsantrag: Gleich zu Beginn wollte er wissen, ob die Richter oder ihre Ehepartner nach 2009 Dieselautos aus dem VW-Konzern gefahren haben.

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