Weltgrößter Hersteller: Salzproduzent K+S vor Verkauf seines US-Geschäfts

"Die Kombination aus der bekannten Marke Morton Salt und anderen führenden Produkten und Lösungen des amerikanischen Salzgeschäfts zusammen mit der Kissner Group Holdings von Stone Canyon ermöglicht es, unser Produktangebot für Verbraucher sowie öffentliche und Gewerbekunden zu erweitern". Der Unternehmenswert belaufe sich auf 3,2 Milliarden US-Dollar. Es wurden jedoch noch keine Verträge unterzeichnet.

Die über Jahrzehnte etablierten, vertrauensvollen Kundenkontakte und die Expertise im Bereich Logistik wird K+S nutzen, um am attraktiven Marktwachstum zu partizipieren.

Auf lange Sicht sieht es noch schlimmer aus. Damals hatte der Konkurrent Potash, der inzwischen im Düngerkonzern Nutrien aufgegangen ist, eine Übernahme erwogen. K + S kämpfte damals gewalttätig dagegen an. Der Preis war damals auf 40 Euro gestiegen - ein Niveau, um das die hessischen Aktionäre noch immer trauern. Der infolge des milliardenschweren Neubaus des Kaliwerks in Kanada gestiegene Schuldenberg konnte auch daher nicht wie eigentlich geplant schrumpfen. Udeshi hat das amerikanische Salzgeschäft von K+S bislang mit 2,67 Milliarden Dollar bewertet, also mit dem Zehnfachen des für 2021 erwarteten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Burkhard Lohr, Vorstands-vorsitzender von K+S.

Der Verkauf des Amerikageschäfts ist mit Sparmaßnahme in Deutschland verbunden. Das Budget der künftig funktional organisierten Verwaltungsfunktionen wird um 30 Prozent beziehungsweise insgesamt rund 60 Millionen Euro pro Jahr reduziert. Bis Ende 2020 sollen hier planmäßig Synergien von mehr als 150 Mio.

Angesichts der träge laufenden Geschäfte und der hohen Schulden hatte das Management von K+S verschiedene Optionen geprüft und sich dann im März für einen Verkauf des süd- und nordamerikanischen Salzgeschäfts entschieden. Die Papiere des Salz- und Düngemittelherstellers schnellten gleich zum Handelsstart auf den höchsten Stand seit Mitte August.

Vor kurzem kosteten die Aktien über XETRA 7,23 Euro, eine Steigerung von 1.852 Prozent. Mit Abstand blieben sie damit der Spitzenwert im steigenden MDax, dem Index der mittelgroßen Werte. Das Kasseler Unternehmen teilte am Montagvormittag mit, man befinde sich in "sehr fortgeschrittenen Verhandlungen mit Stone Canyon Industries Holdings LLC über einen möglichen Verkauf der Operativen Einheit Americas". Eine endgültige Einigung wurde noch nicht erzielt.

Der Preis liegt daher über der durchschnittlichen Marktschätzung, schrieben die Analysten Chetan Udeshi von JPMorgan und Markus Mayer von Baader Bank. Der Abschluss der Transaktion im Sommer 2021 erwartet. Sollte der höhere Verkaufspreis für Morton Salt erreicht werden und gleichzeitig keine größere Steuerbelastung entstehen, würde sein Kursziel für die K + S-Aktie von derzeit 5,00 € auf 6,50 € steigen, fügte er hinzu. Doch während Udeshi negativ für K+S im Allgemeinen gestimmt ist und die Aktie mit "Underweight" gewertet, ist der Baader-Experte optimistisch und bekräftigte sein Kaufurteil.

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