China-Geschäft beschert Daimler Quartalsplus bei den Autoverkäufen

Autoverkäufer beraten Kunden in einem Autohaus von Mercedes Benz in der chinesischen Stadt Guangzhou

Parallel sollen die Sachinvestitionen sowie die Forschungs- und Entwicklungsausgaben insgesamt bis 2025 um mehr als 20% gegenüber 2019 sinken. Daimler kündigte vier neue Elektrofahrzeuge an. In einem starken Marktumfeld sei eine zweistellige Rendite die Zielmarke. Alle Produkte und Segmente sollen elektrifiziert werden.

Durch die Einsparungen will Källenius den Konzern nicht nur attraktiver für Investoren machen, sondern auch profitabler. Auf Basis konventioneller Plattformtechnik will Mercedes zudem elektrische Varianten der kompakten SUV-Modelle GLA und GLB alias EQA und EQB bereits kommendes Jahr einführen. Auch die Luxus-Nischenmarken AMG, Maybach und G sollen elektrifiziert und ihr Absatz gesteigert werden, um "substanzielles" Gewinnwachstum zu erreichen.

Von Juli bis September lag das globale Absatzniveau der Stuttgarter, unter anderem durch eine positive Entwicklung in China, mit insgesamt 613.770 Pkw erstmals im laufenden Jahr über einem Vorjahresquartal (+3,9 Prozent). Die Investitionen in Verbrennungsmotoren sollen dagegen schnell zurückgefahren werden. Zum SUV grenze sich der Mischling durch eine eher flache Dachlinie samt Stufenheck ab. Es solle in der Mitte des Jahrzehnts die A-Klasse-Limousine ersetzen und sowohl rein elektrisch als auch als Verbrenner angeboten werden. "Aber wir haben bei der Umwandlung der Absatzerfolge in Gewinnzuwächse noch nicht das volle Potenzial ausgeschöpft", erklärte der Daimler-Chef.

Auch im wichtigen nordamerikanischen Markt - zu dem Daimler die USA, Kanada und Mexiko zählt - ging der Absatz weiter zurück: Hier verkaufte Daimler im dritten Quartal nur 81.859 Autos und damit 9,8 Prozent weniger.

Autoverkäufer beraten Kunden in einem Autohaus von Mercedes Benz in der chinesischen Stadt Guangzhou
2 Autoverkäufer beraten Kunden in einem Autohaus von Mercedes Benz in der chinesischen Stadt Guangzhou

Im Gesamtjahr bis Ende September verringerte sich das Minus bei einem Absatz von 1,59 Millionen Fahrzeugen auf zehn Prozent, nachdem die Verkaufszahl im ersten Halbjahr wegen des Lockdowns infolge der Pandemie noch um fast 20 Prozent abgesackt war. Das sind 23,4 Prozent mehr als im Vorjahr. In China verkaufte die Marke Mercedes im Quartal 223.631 Fahrzeuge.

Tatsächlich hat die Corona-Pandemie die Krise bei Daimler nochmals verschärft - und den Druck erhöht, die E-Mobilität ähnlich wie etwa VW ganz fix in den Mittelpunkt aller Überlegungen zu rücken. Im zweiten Quartal 2020 hat Daimler rund zwei Milliarden Euro Verlust eingefahren.

Dem Autokonzern war öfters von Investorenseite vorgeworfen worden, sich zuletzt zu sehr auf den Erfolgen der zurückliegenden Jahre ausgeruht und wichtige Weichenstellungen vor allem für den Umstieg auf die E-Mobilität verschlafen zu haben. Die derzeitige Krise sei deshalb - abgesehen von den Folgen der Corona-Pandemie - hausgemacht. Standortübergreifend war zuletzt der Abbau von 10.000 bis 15.000 der weltweit rund 300.000 Daimler-Stellen kolportiert worden. Die Zahlen kommentierte der Autobauer bisher nicht - man strebe jedoch möglichst sozialverträgliche Lösungen an, hieß es stets.

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